Auf rund 70 Hektar Ackerfläche entlang des renaturierten Tauchnitzgrabens haben Landwirte, Wissenschaftler und Kommunen gemeinsam Sachsens größtes sogenanntes Agroforstsystem aufgebaut
Vor Kurzem besuchte Ulrich Menke, Staatssekretär im sächsischen Umweltministerium, den Standort und zog ein positives Fazit: „Diese völlig neu gestaltete Kulturlandschaft ist ein hervorragendes Beispiel, wie landwirtschaftliche Nutzung, Natur- und Umweltschutz zusammengehen können“, sagte er.
Aber was genau steckkt eigentlich hinter diesem Begriff Agroforst? Kurz gesagt: Bäume und Sträucher werden gezielt zwischen landwirtschaftlichen Flächen gepflanzt. Die Gehölze schützen den Boden vor Erosion, halten Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel vom Grundwasser fern und spenden Schatten. Am Tauchnitzgraben kommen weitere Vorteile hinzu – die Wurzeln sichern die Ufer, das Laub belebt die Wasserökologie, und die Beschattung hält das Wasser kühler.
Das Projekt „Agroflow“ denkt dabei natürlich aber auch wirtschaftlich: Die schnellwachsenden Gehölze sollen später geerntet und als lokaler Energieträger genutzt werden – ein Gewinn für die gesamte Region. Sachsen will das Modell nun ausweiten und setzt sich auf EU-Ebene für bessere Förderbedingungen ein. Hinter dem Projekt stehen das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement, die Gemeinden Thallwitz und Lossatal sowie die Böhlitzer Agrar e.G.