Hubschrauber überprüfen Hochspannungsleitungen
Mitnetz Strom inspiziert bis Mitte Mai rund 600 Leitungskilometer in Westsachsen

Landkreis Leipzig. Auch in diesem Jahr lässt Mitnetz Strom Hochspannungsfreileitungen in der Region jährlich per Hubschrauber überprüft. Die Befliegungen im Gebiet Westsachsen sind seit 27. April gestartet und waren bis zum 13. Mai vorgesehen.

Der Hubschrauber fliegt über vier Landkreise: Nordsachsen, Landkreis Leipzig, Mittelsachsen und das Altenburger Land. Sobald während der Kontrolle Schäden oder mögliche Gefahren entdeckt werden, veranlasst Mitnetz Strom umgehend die notwendigen Maßnahmen – denn viele dieser Auffälligkeiten sind vom Boden aus kaum wahrnehmbar. Im Anschluss an die Befliegung in Westsachsen setzt das Team die Inspektionen Mitte Mai in Brandenburg fort.

„Unsere Mitarbeitenden sind aktuell über der Netzregion Westsachsen im Einsatz, zu der auch das Altenburger Land zählt. Die Route startet im Landkreis Leipzig und führt bis nach Torgau, Bad Düben, Delitzsch, Schkeuditz, Altenburg und Gößnitz. Damit werden sämtliche Hochspannungsleitungen in der Region begutachtet. Die insgesamt 2100 Hochspannungsmasten mit einer Trassenlänge von rund 600 Kilometern tragen jeweils zwei Leitungen.“, sagt Heiko Orgass, Leiter der Gruppe Realisierung Hochspannung von Mitnetz Strom.

Während der Befliegung werden verschiedene Komponenten der Freileitungen geprüft – darunter Seile, Masten, Isolatoren und Armaturen, ebenso wie Veränderungen entlang der Trassen. Dabei achten die Expertinnen und Experten unter anderem auf mögliche Blitzeinschläge, Mastverformungen, Bewuchs, Fremdkörper, beschädigte Isolatoren oder Gefährdungen durch falsche Nutzung schwerer Technik in Trassennähe.

Die Luftkontrollen finden jährlich, überwiegend im Frühjahr, statt. In Waldgebieten mit besonders riskantem Bewuchs erfolgt im Herbst eine zusätzliche Begehung aus der Luft. Der Hubschrauber bewegt sich mit 15 bis 30 Kilometern pro Stunde in rund 20 Metern Höhe, mit einem Abstand von etwa 15 Metern zur Leitung. Pro Tag sind die Mitarbeitenden rund sechs Stunden in der Luft. Werden brütende Vögel oder Tiere auf Weiden bemerkt, wird der Bereich großzügig umflogen.

„Die 110-Kilovolt-Leitungen sind Teil des Verteilnetzes und transportieren elektrische Energie aus dem europäischen Übertragungsnetz in die Umspannwerke. Ihr Zustand ist entscheidend für die Versorgungssicherheit unserer Kundinnen und Kunden, weshalb die regelmäßige Überwachung der Anlagen unerlässlich ist“, ergänzt Orgass.

Neben den Hubschraubereinsätzen werden die Hochspannungsleitungen übrigens auch in festen Abständen zu Fuß geprüft. Bei diesen Überprüfungen stehen unter anderem Mastfundamente, Stahlkonstruktionen und der Korrosionsschutz im Fokus.

„Etwa 20 Prozent unserer Anlagen werden jedes Jahr durch Begehungen überprüft. Zusätzlich gibt es alle fünf Jahre – ergänzend zur Luftkontrolle – eine umfassende Kontrolle vom Boden aus, bei der sämtliche Masten begutachtet werden“, klärt Orgass schlussendlich ab.

Vogel- und Artenschutz wird bei Mitnetz Strom großgeschrieben: In Bereichen, die regelmäßig von Zug- oder Brutvögeln genutzt werden, kommen spezielle Vogelschutz-Armaturen zum Einsatz, damit Tiere nicht mit den Leiterseilen kollidieren. Für Greifvögel wie den Fischadler werden zudem Nisthilfen auf geeigneten Masten bereitgestellt. Die Erfassung, Überwachung und Pflege von Brutplätzen, beispielsweise von Fischadlern oder Falken, sind wichtige Bestandteile des Artenschutzes und werden ebenfalls im Rahmen der Befliegung berücksichtigt.

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