Der Skatepark ist eröffnet
Über 100 Helfer engagierten sich zwei Jahre lang für die Anlage in Döbeln

Neue Quarterpipes, Rails und Curbs: im Skatepark i1 an der Industriestraße in Döbeln können sich Skateboarder nach Herzenslust austoben.Foto: Elke Walter-Koch
Döbeln. Das Surren der Rollen auf Beton, Musik, Stimmen und immer wieder das Klacken eines Skateboards, das nach einem Sprung auf dem Boden aufsetzt: Vor wenigen Tagen wurde der neue Döbelner Skatepark an der Industriestraße 1 offiziell eröffnet. Für die vielen Helfer hinter dem Projekt war dieser Tag der Abschluss einer langen Suche und zugleich ein neuer Anfang - vor allem für die Skate Force Döbeln (SFD), die sich 2003 als autonomes Projekt dem Treibhaus-Verein angeschlossen hatte. Denn die Geschichte des i1 begann mit einem Verlust. Im Dezember 2023 musste die bisher von den Skatern genutzte Halle an der Roßweiner Straße geräumt werden. Das Gelände wurde verkauft, die Halle später abgerissen. Die Rampen wurden abgebaut und eingelagert.„Uns verbindet, dass wir etwas verloren haben“, sagt Judith Schilling, Vorsitzende des Treibhaus-Vereins, in dessen Regie der Neuaufbau in Nachbarschaft der alten Halle erfolgte. Schnell war klar, dass nicht einfach nur Ersatz gefunden werden sollte. Die Idee war, einen dauerhaften Ort für die Döbelner Skateszene und damit für junge Menschen zu schaffen.

2024 wurden Pläne geschmiedet und lange nach einem geeigneten Gelände gesucht. Schließlich fand sich die Fläche an der Industriestraße 1. Eigentümer Tim Binder ist selbst seit vielen Jahren mit der Skateszene verbunden. Der Treibhaus-Verein ist Pächter und verfügt über einen langfristigen Pachtvertrag. Allein die Fläche des Skateparks umfasst rund 332 Quadratmeter. Hinzu kommen Außenflächen und zwei Nebenräume, die künftig unter anderem als Aufenthaltsräume genutzt werden können. Über eine spätere Überdachung wird nachgedacht.

„Dass aus den Plänen tatsächlich ein Skatepark wurde, ist vor allem einer großen Gemeinschaftsleistung zu verdanken. Mehr als 100 Unterstützer halfen mit Geld, Sachleistungen, Material, Werkzeugen, Transporten oder ganz praktisch auf der Baustelle. Im Schnitt waren jeden Samstag etwa 20 Leute hier“, erzählt Schilling. Zwei Jahre lang wurde geplant, gebaut, organisiert und immer wieder selbst Hand angelegt.

Mehr als 50 000 Euro kamen allein über Crowdfunding zusammen. Hinzu kamen Baumaßnahmen im Wert von mehr als 100 000 Euro. Rechnet man Eigenleistungen, Bau- und Genehmigungsplanung sowie Sachleistungen hinzu, liegt der Wert dessen, was in das Projekt eingeflossen ist, nach Angaben der Initiatoren bei etwa 250 000 bis 300 000 Euro.

Doch Judith Schilling geht es um mehr als Zahlen. „Skaten ist ein Kern von Jugendkultur“, sagt sie. Deshalb wolle man nicht nur für die heutige Szene einen Platz schaffen, sondern auch für kommende Generationen. Das i1 soll dabei mehr sein als ein Platz zum Skateboard-Fahren. „Es braucht solche Orte in einer Zeit, in der sich die Gesellschaft spaltet“, sagt Schilling. Gemeinsam etwas aufzubauen und zu gestalten, schaffe Verbindung – und Identität mit einem Ort. Und genau das sei während der vergangenen zwei Jahre bereits geschehen.

Der eine konnte bauen, andere organisierten das Material, stellten Werkzeug bereit oder übernahmen wichtige Transporte. „Skaten, Community, DIY: selbst gestalten, mitmachen und Teilhabe – dafür steht das i1“, sagt Judith Schilling. Der Name leitet sich übrigens ganz einfach von der Adresse Industriestraße 1 ab.

Mit der Eröffnung ist die Arbeit nicht beendet. Jugendsozialarbeiter sollen den neuen Treffpunkt begleiten. Ziel ist, dass für die Jugendarbeit möglichst jemand vor Ort ist. Wer skaten oder sich einbringen möchte, kann sich beim Treibhaus melden. In einem Plenum soll gemeinsam beraten werden, wie sich das i1 künftig organisiert.

Im kommenden Jahr soll ein geregelter Betrieb starten. „Der Skatepark ist eröffnet – der Jugendfreiraum selbst fängt gerade erst an“, freut sich Judith Schilling.und Elke Walter-Koch
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