Die Stimmung war super, überall freundliche Gesichter, Lachen und reger Austausch über die Ferienerlebnisse. Es ist vor allem die Freude darüber, endlich die Klassenkameraden wiederzusehen und ein bisschen wohl auch, die vermisste Tagesstruktur zurückzuhaben, was die „Schweitzer-Schüler“ freudig in die erste Schulwoche starten lässt. Und so nehmen sie die Auftakt-Ermahnungen ihrer Schulleiterin ohne großes Murren und Augenverdrehen hin: „Grüßt bitte im Schulhaus und auf dem Gelände, wenn wir Gäste haben. Achtet auf eure Wortwahl. Seid freundlich zueinander!“
Andrea Gründel konnten ihren Schützlingen zudem einige Neuerungen verkünden, die dem Förderverein der Schule, vor allem seinem aktiven Kern, zu verdanken sind und von denen eine die Schülerinnen und Schüler gleich in Beschlag nehmen konnten. Zwei große Outdoor-Fitness-Geräte stehen jetzt auf dem Mittelschul-Pausenhof - eine Kraftstation, an der vor allem Arm-, Nacken- und Rückenmuskeln gefordert sind, und eine Beinpresse, die Ober- und Unterschenkel beansprucht. „Ganz schön schwer“, kommentierten die Zehntklässler Kyra und Tom, die zu den allerersten Nutzern gehörten.
Rund 5600 Euro betragen die Gesamtkosten für die Neuanschaffung und Installation. Der Großteil davon konnte über das Regionalbudget des Klosterbezirks Altzella finanziert werden, der Förderverein steuerte die Eigenmittel bei. Renate Dietrich, Schulsekretärin und Vorstandsmitglied im Förderverein der Schule, kümmerte sich um die ganzen Formalitäten und hatte dabei einigen Zeitdruck zu bewältigen.
Vereinsvorsitzender und Lehrer Henry Niezold verwies auf die unkomplizierte Hilfe der Baufirma LFT Ostrau bei der sicheren Verankerung der Geräte und auf die Hilfe von Hausmeister Jan Arnold.
„Wir tragen den Namen ‚Sportfreundliche Schule‘ und die Geräte sollen diesem Namen alle Ehre machen. Wir wünschen uns, dass ihr sie intensiv nutzt, daran trainiert", forderte die Schulleiterin die Kinder auf.
Gina Gottwald vom Regionalmanagement des Klosterbezirks war zur Einweihung der Geräte gekommen und berichtete, dass auch die Roßweiner Geschwister-Scholl-Oberschule Roßwein vom Regionalbudget profitiert. „Dort wurde für ein grünes Klassenzimmer eine Pergola errichtet.“
An der Förderschule am Roßweiner Stadtrand ist aber noch mehr passiert - nicht nur ganz unten, auf dem Pausenhof, wo die Hüpfspiele frische Farbe bekommen haben und alle Felder wieder richtig zu erkennen sind, auch ganz oben im Dachgeschoss des Hauptgebäudes. Dort befindet sich ein langes Durchgangszimmer, das der Hort der Schule nutzt. Das bisherige Problem: es gab keine Dachfenster.
„Ohne elektrisches Licht war es immer stockduster in dem Raum, vor allem aber stickig und heiß im Sommer“, beschreibt Mario Werner, Schüler-Vati und ebenfalls Vorstandsmitglied im Förderverein. Die Idee, durch zwei Dachfenster Abhilfe zu schaffen, war schon vor einiger Zeit geboren. Mario Werner machte sich daran, das notwendige Geld dafür zu beschaffen, gewann einerseits einige Sponsoren, die größere Beträge zahlten beziehungsweise Bauleistungen erbrachten und startete andererseits eine Spenden-Aktion auf dem Online-Portal GoFundMe.
In der ersten Ferienwoche war es so weit – die Fenster kamen ins Dach, auf jede Seite eines. Es musste dafür eine Heizungsleitung verlegt werden und es galt den Trockenbau anzupassen – rund 10 000 Euro flossen ins Gesamtprojekt. „Es ist gleich viel freundlicher im Hortraum“, freut sich Mario Werner über das Ergebnis. Und Horterzieherin Nancy Burkhardt bestätigt: „Jetzt können wir endlich lüften, für Kinder und Erzieher eine bessere Situation.“
Ein drittes Fördervereins-Projekt hat Vorsitzender Henry Niezold unter seine Fittiche genommen: eine Weinberghütte. Achtklässler der Albert-Schweitzer-Schule bewirtschaften im Fach Arbeitslehre mit Unterstützung des Bauhofes den Roßweiner Weinberg. Für das Unterstellen von Gerätschaften und die Möglichkeit, sich umzuziehen, ist nun ein Häuschen errichtet worden, das am 25. August eingeweiht wird. Die Pflege der Reben kann so noch besser gelingen. Henry Niezold: „Die geernteten Trauben werden zu Most verarbeitet, auch Gelee haben wir schon gemacht.“
und olaf büchel