Hymnische Dudelsackklänge
Schottisch-irisches Festival mit Highland Games im Kloster Buch – internationale Profis messen sich auch in Strongman-Disziplinen

Mit Crest of Gordon aus Bremen, den Dresden Pipe&Drums und der The Owl Town Pipe & Drum Band aus der Eulenstadt Peine in Niedersachsen sorgten wieder drei Pipe-Bands für die passende Musik.Foto: Gerhard Schlechte
Leisnig. Frauen und Männer in Schottenröcken, dazu Dudelsackmusik und Wettkämpfe für muskelbepackte Athleten – im Kloster Buch ging es unlängst wieder schottisch und irisch zu. Alle zwei Jahre veranstalten der Förderverein Klos ter Buch und der Mittelsächische Kultursommer „Pipes, Drums & More“ - ein schottisch-irisches Festival mit Highland Games.

Jörn Hänsel vom Mittelsächsischen Kultursommer nennt die Veranstaltung liebevoll die kleine und gemütliche Schwester der Highland Games in Trebsen. In Scharen zog es die Besucher auf das Klostergelände an der Freiberger Mulde bei Leisnig. Schon am ersten Tag, um halb zehn, standen die ersten Gäste vor den Toren, um ja nichts zu verpassen.

Denn der erste Höhepunkt des Wochenendes war schon der Beginn, um 12 Uhr. Da marschierten mit Crest of Gordon aus Bremen, den Dresden Pipe&Drums und der The Owl Town Pipe & Drum Band aus der Eulenstadt Peine in Niedersachsen alle drei Pipebands auf einmal zu hymnischen Dudelsackklängen im Klosterhof ein und sorgten bei den Fans für Gänsehaut. Irische Tänze, schottischer und irischer Folk bestimmten dann zwei Tage das Bühnenprogramm, immer wieder begleitet von den Pipe-Bands. Dazu gab es passendes Irish Stout, irisches Lagerbier oder Cider vom Fass, Gegrilltes, Fish and Chips und allerlei Handwerkskunst von den etwa 40 Händlern im Klosterhof.

Lediglich für das schottische Nationalgericht Haggis fand sich in diesem Jahr kein Anbieter. Für Nicht-Schotten ist das Gericht aus gegarten Schafsinnereien, Hafermehl und Gewürzen ohnehin gewöhnungsbedürftig. In Schottland und bei vielen Fans ist Haggis aber Kult. „Bei der nächsten Auflage 2028 hoffen wir, wieder einen Anbieter für Kloster Buch zu finden“, verspricht Jörn Hänsel.

Passend zu den beiden schottisch-irischen Erlebnistagen fanden im Klostergelände spannende und teilweise international besetzte Wettkämpfe statt. Ausgerichtet wurden diese in diesem Jahr erstmals vom Altenhofer Clan Kilt’n‘Strong. Verschiedene Disziplinen aus dem Strongman und aus den Highland Games wurden zu einem Wettkampf verbunden. Dabei werden Steinkugeln möglichst weitgeworfen, ein Baumstamm gestemmt oder beim Farmers Walk zwei extrem schwerer kofferähnliche Gewichte geschleppt. Es werden Gewichte möglichst hoch geworfen oder am Conan’s Wheel (Conans Rad) eine schwere Tonne angehoben und im Kreis über fünf Runden getragen. Auch Baumstammwerfen und Fassrollen gehören dazu.

Neben Amateur-Teams gingen auch A-Liga-Profis der Highland Games an den Start. Denn neben dem familiären und breitensportlichen Ansatz wollten die Veranstalter auch hochwertig besetzten Sport in Klosterbuch anbieten. Um entsprechende Athleten zu locken, wurde mit Unterstützung von Sponsoren ein Preisgeld ausgelobt. So war der Wettbewerb international besetzt, unter anderem mit Athleten aus Tschechien, den Niederlanden und einem US-Amerikaner.

Auch der frisch gebackene Weltmeister Philipp Friedemann, der vor wenigen Wochen in Norwegen die World Cabertoss Championship gewann, war in Klosterbuch am Start. Im Kloster Buch hatte er fast ein Heimspiel, denn Friedemann kommt aus dem nahen Colditz. Strongman-Athlet Nico Freudenberg aus Schneeberg trat ebenfalls an. „Die familiäre Stimmung und das Miteinander sind toll. Die Organisatoren haben viel Herzblut in die Veranstaltung und die Wettkämpfe gesteckt”, sagt der 30-jährige Berufsschullehrer, der im vergangenen Jahr WM-Silber in Irland erreichte. und Thomas sparrer
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