Kakadu Jacku ist der Star
Anke Schmidke ist neue Leiterin im Tierheim Ostrau / Massenhaft Katzen und ein dubioser Wurf Hundewelpen

Der Gelbhaubenkakadu Jacku ist der Star und seit Jahrzehnten das Maskottchen vom Tierheim Wiesengrund in Ostrau. Anke Schmidkte ist seit zwei Monaten die neue Tierheimleiterin.Foto: Sven Bartsch
Ostrau. Es gibt Neuigkeiten im Tierheim Wiesengrund in Ostrau: Der Tierschutzverein Döbeln und Umgebung, dem das Tierheim untersteht, hat eine neue Leiterin. Seit zwei Monaten hat dort Anke Schmidtke die Regie.

Dafür orientierte sich die 57-Jährige beruflich vollkommen neu. Ursprünglich Sachbearbeiterin in einem Infrastrukturunternehmen, machte sie ihre Leidenschaft für den Tierschutz zum Hauptberuf. Neu ist ihr das Engagement für den Tierschutz nicht. Seit 25 Jahren kennt sie das Tierheim in Ostrau und betreut dort mit vier Tierpflegern jene Tiere, deren Schicksal aus verschiedensten Gründen eine traurige Wendung nahm.

„Manche gehören schon viel länger zum lebenden Inventar“, lacht Anke Schmidkte und verweist auf den Gelbhaubenkakadu Jacku. „Der ist seit 30 Jahren unser Maskottchen.“

Wenn der Vogel mitsamt seinem großen Käfig auf den Hof gerollt wird, gibt es ein großes „Hallo!“, denn Jacku, der unbeirrbar von sich behauptet, ein Papagei zu sein, liebt die Aufmerksamkeit von Besuchern. „Komm mal her“, ermuntert er die Gäste, an seinen Käfig zu kommen.

Manchmal lässt er sich kraulen. „Das kann auch trügerisch sein“, weiß Anke Schmidkte. Jüngst hat Jacku sie mit seinem kräftigen Schnabel ordentlich in den Finger gezwickt. „Er hat seinen eigenen Kopf.“

Trotzdem darf Jacku zumeist den Tag im Tierheim-Büro verbringen, stolziert auf dem Boden umher und beißt, wenn es keiner sieht, in einen der Ordner in den Regalen. Dort sind die Schicksale aller Tiere dokumentiert, die jemals im Wiesengrund durch die Hände der Tierpfleger gingen.

Jacku wird nicht vermittelt. Als Handaufzucht lasse er sich nicht mit Artgenossen vergesellschaften, da er das Leben mit seinesgleichen nicht kennt und vollkommen auf Menschen geprägt ist.

Zu den ebenfalls nicht zu vermittelnden Tieren gehört einer der jüngsten Neuzugänge, eine griechische Landschildkröte. Vor etwa zwei Wochen wurde das männliche Tier mit zwei markanten hellen Flecken auf dem Panzer in einem Garten in Großweitzschen gefunden.

„Da es sich um eine streng geschützte Art handelt, darf so ein Tier nur mit den dafür nötigen Papieren gehalten werden. Ein Eigentümer hat sich bisher nicht gemeldet.“

Das Reptil bleibe im Eigentum der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Mittelsachsen. Perspektivisch werde das Tier an eine Stelle gegeben, wo es artgerecht gehalten werden kann.

Wie es mit vier jungen Hundewelpen weitergeht, steht in den Sternen. „Die Herkunft der Welpen ist mehr als dubios, zumal sie nicht aus dem gleichen Wurf zu stammen scheinen.“ Allesamt seien sie nicht älter als sechs bis acht Wochen – viel zu jung, um vom Muttertier weggenommen zu werden. „Angeblich auf einem Feld gefunden, wurden sie den Tierheimmitarbeitern aus einer Garage ausgehändigt.“ Mehr möchte die Tierheimleiterin dazu nicht sagen, die Polizei befasse sich mit dem Fall. Solange die Ermittlungen laufen, gilt auch für die kleinen Hunde ein Vermittlungsstopp.

Nicht selten erleben die Tierschützer: Menschen wollen ihre vierbeinigen Begleiter loswerden und geben an, es handele sich um Fundtiere. Auch bei Katzen finde sich dieses Phänomen immer wieder. Deshalb tummeln sich in der Katzenstation beziehungsweise in der Quarantäne derzeit etwa 30 Katzen, teils ganze Würfe an Jungtieren.

„Streunende oder wildlebende Katzen werden mit ihren Jungen zu uns gebracht, obwohl sich die Katze schon länger an einem Ort aufhält. Wir können nur immer wieder appellieren, uns streunende Katzen zeitig genug zu melden. Sie werden eingefangen und kastriert und dann wieder in ihr Umfeld gebracht. Das Leid durch die unkontrolliert geborenen Jungkatzen ist vermeidbar.“ Die jungen Katzen werden perspektivisch zur Vermittlung freigegeben.

Bis hin zu Ziegen und Pferden reicht der kleine Tierheim-Zoo im Wiesengrund. Einmal in der Woche kommen Kinder zum Putzen, Reiten und zu Beschäftigungen. „Ich hoffe, der Tierschutzgedanke hält bei den Kindern an und wir können auf sie zählen, wenn sie älter sind und mehr Verantwortung übernehmen können.“

Wer sich für die ehrenamtliche Mitarbeit im Tierheim Wiesengrund in Ostrau, Lommatzscher Straße 11 interessiert, kann sich montags bis samstags dort melden, jeweils in der Zeit von 10 bis 17 Uhr. und Steffi Robak
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