Dabei handelt es sich um ein Tochterunternehmen der Obstland Dürrweitzschen AG. Zuletzt hatte das Unternehmen von sich reden gemacht mit einem großen Veränderungsprozess, der auch nach außen hin wahrnehmbar war und ist.
Zur Transformation gehören umfangreiche Rodungen. 1000 Hektar Obstanbaufläche für Äpfel wurden reduziert auf 450 Hektar. Die frei werdenden Flächen sollen für den Feldbau genutzt werden. Mitten in diesem Veränderungsprozess stellt sich die Frage: Wieviel Obst steckt noch im Obstland? „Wir befinden uns noch mitten in der Transformation, hin zu mehr Feldfrucht. Trotzdem werden Obst beziehungsweise Beeren weiterhin einen erheblichen Anteil an unseren produzierten Erzeugnissen haben“, sagt Heerklotz und erläutert, wie sich der Transformationsprozess innerhalb des Unternehmens vollzieht. Dabei würden weniger effiziente Anlagen aus der Produktion herausgenommen, während ertragreichere bestehen bleiben. Erdbeeren würden weiterhin neu gepflanzt.
„Auch dieser Prozess ist fließend. Bereits 2025 haben wir rund zehn Hektar neue Erdbeerpflanzen gepflanzt, dieses Jahr erneut fünf Hektar.“ Trotz des für das Gesamtunternehmen avisierten Umbaus verliere die Obstland AG Dürrweitzschen das Obst nicht aus den Augen.
Etwas weniger Ertrag als im Vorjahr erwarte er bei den Sauerkirschen, so Heerklotz weiter, wobei 2025 ein extrem gutes Kirschenjahr gewesen sei. „Bei allen wirtschaftlichen Überlegungen ist die Landwirtschaft und damit der Obstbau sehr auf die kaum beeinflussbaren Witterungsbedingungen angewiesen. Bäume sind Lebewesen. Sie sind dem Faktor Natur unterworfen, nicht nur dem Wetter, sondern auch dem Einfluss von Schädlingen.“
Speziell in der Obstvermarktung geht das Unternehmen neue Wege – zumindest verglichen damit, was die Menschen in der Region jahrzehntelang von der Obstland AG gewöhnt waren: Von den einstigen Hofläden, wo viele Menschen einkauften, die sich den Obstbauern vor Ort verbunden fühlten, gibt es keinen einzigen mehr.
Die Umsätze seien nach und nach geringer geworden. Gesetzliche Regelungen zum Mindestlohn hätten die Beschäftigung von Mitarbeitern in den Hofläden ebenso erschwert wie zusätzliche Auflagen zum Verkauf der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Andererseits seien die Erwartungen der Kundschaft an ein breites Angebotsportfolio in den Hofläden gestiegen. „Doch obwohl wir Produkte anderer lokaler Erzeuger angeboten haben, fehlte es an Umsatz. Die Verkaufsschiene Hofladen war nicht mehr zu halten.“
Dazu komme, dass sich die Menschen wieder mehr auf das Obst aus dem eigenen Garten und dessen nachhaltige Verwertung zu besinnen scheinen . Momentan werde nur noch ein Hofladen betrieben, und zwar der bei der Kelterei Sachsenobst GmbH in Neugreußnig beziehungsweise Ebersbach bei Döbeln, wo es die vor Ort produzierten Getränke zu kaufen gibt. Zudem existieren saisonal noch vier Verkaufsstände für Obst: einer in Leisnig, einer in Baderitz, einer in Grimma und einer in Pöhsig. Etwa 20 Prozent des im Obstland erzeugten Obstes werde über die Direktvermarktung an die Kundschaft verkauft.
und steffi robak