„Wir mussten die Bauarbeiten auf das Frühjahr 2027 verschieben“, sagt Döbelns Technischer Dezernent Thomas Hanns. Alle komplizierten Hausaufgaben hatten Stadtverwaltung und Pferdebahnverein erledigt. Auch die Finanzierung des Projektes aus zwei unterschiedlichen Fördertöpfen war geklärt. Verschoben werden musste das Projekt jetzt, weil sich kein Gleisbaubetrieb fand, der die 136,5 Meter Schienen zu einem vertretbaren Preis verlegt. „Die Bauarbeiten waren ausgeschrieben. Es hatte sich nur ein Unternehmen angeboten. Dieses Angebot stellte sich als nicht wirtschaftlich heraus“, so Thomas Hanns. Die Stadt musste die Ausschreibung wieder aufheben. Zwischenzeitlich wurden die Leistungen mit neuem Zeitplan neu ausgeschrieben. Gebaut werden soll nun ab März 2027. „Wir hoffen dadurch, dass sich auf die erneute Ausschreibung mehr Gleisbaufirmen bewerben und Angebote abgeben, mit denen wir die Trassenverlängerung umsetzen können“, so der Dezernent.
Im Februar hatte Döbelns Stadtrat die entsprechenden Beschlüsse gefasst. Im Frühjahr waren die Arbeiten ausgeschrieben worden. Die Stadtverwaltung wird von der 136,5 Meter langen Strecke die ersten 65 Meter vom Obermarkt über die Kleine Kirchgasse bis zum Beginn des Lutherplatzes übernehmen. Dafür wird sie 117.000 Euro aus dem Förderprogramm lebendige Zentren nutzen. Die Querung der Kreuzung von der Großen Kirchgasse über die Kleine Kirchgasse zum Lutherplatz mit einer neuen Ampel, die auch die querende Pferdebahn berücksichtigt, war eines der komplizierteren Details im Projekt.
Den zweiten 71,5 Meter langen Teil des neuen Schienenstranges über den Lutherplatz bis hinter die Nicolaikirche in Höhe Mädchenschule finanziert die Pferdebahn. Dafür stehen dem Traditionsverein 91.000 Euro aus dem aufgelösten Vermögen früherer DDR-Parteien und Massenorganisationen, wie FDGB oder FDJ, zur Verfügung. Der Döbelner SPD-Landtagsabgeordnete Henning Homann hatte dem Verein diese Zuteilung vermittelt. und T. Sparrer