Auch wenn es zeitweise regnete und aus Sicherheitsgründen ein Stopp eingelegt wurde – auf der Skateanlage im Jahnatal zeigte sich am Sonnabend, dass Skateboardfahren längst mehr ist als ein Jugendtrend. Kinder, Jugendliche und Erwachsene teilten sich die Rampen und machten den Auftakt des neuen DOR Cups zu einem lebendigen Treffpunkt der Szene.
Der Wettbewerb war zugleich der Startschuss für eine Premiere. Erstmals verbindet der DOR Cup die Skatecontests in Ostrau, Roßwein und Döbeln zu einer gemeinsamen Skateboard-Liga für Mittelsachsen. Wer an einem oder mehreren der drei Wettbewerbe teilnimmt, sammelt Punkte für die Gesamtwertung. Das Finale findet am 26. September auf der neuen Skateanlage an der Industriestraße in Döbeln statt.
„Ich bin länger Skateboardfahrer als Historiker“, sagte Organisator Stephan Conrad. Der 41-Jährige gehört seit Jahrzehnten zur Szene und war einer der Mitbegründer der Döbelner Skaterhalle an der Roßweiner Straße. Rund 20 Jahre lang trainierten die Skater dort auf etwa 600 Quadratmetern. „Wir sind damals einfach eingestiegen, und man hat uns machen lassen“, erinnerte er sich. Eine Fläche dieser Größe sei heute kaum noch zu finden. Derzeit entsteht an der Industriestraße eine kleinere, aber gemeinsam mit erfahrenen Skatern geplante Anlage unter freiem Himmel, die Ende September mit dem dritten DOR-Cup-Contest eröffnet werden soll.
Auch die Anlage im Jahnatal stellte die Fahrer vor unterschiedliche Herausforderungen. Sie vereinte verschiedene Elemente zu einem abwechslungsreichen Skatepark. Jeder Fahrer entschied selbst, welche Hindernisse er in seinen Lauf einbezog – eine Besonderheit, die auch die Jury vor Herausforderungen stellte. Unterschiedliche Fahrstile und Tricks miteinander zu vergleichen, war alles andere als einfach. Gefahren wurde in mehreren Alters- und Leistungsklassen – von Kindern ab etwa acht Jahren bis hin zu erfahrenen Skatern im Alter von rund 40 Jahren. Neben gesponserten Fahrern gingen Nachwuchsfahrer, Jugendliche bis 14 Jahre sowie erstmals auch eine FLINTA*-Gruppe (steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) an den Start. Nach jeweils zwei Qualifikationsläufen erreichten die Besten das Finale. Zusätzlich wurden die spektakulärsten Einzeltricks ausgezeichnet. Jeder der drei Contests wurde unabhängig gewertet. Die Erstplatzierten erhielten Geld- oder Sachpreise. Gleichzeitig sammelten die Teilnehmer mit jeder Platzierung Punkte für die Ligawertung. Zum Saisonabschluss werden die jeweils Punktbesten der einzelnen Wertungsgruppen mit Preisgeldern und eigens angefertigten Trophäen der Holzkunst Scholz ausgezeichnet. Darüber hinaus werden ihre Namen dauerhaft auf der neuen „Wall of Fame“ am Skatepark I1 in Döbeln verewigt.
Moderiert und bewertet wurde der Contest von der Skate Force Döbeln. Musik, fachkundige Moderation und die Begeisterung der Fahrer sorgten den ganzen Tag über für Festivalstimmung auf und neben den Rampen. „Ziel ist es, die Skateboardszene in der Region weiter zu stärken und Fahrer aus ganz Sachsen nach Mittelsachsen zu locken“, sagt Stephan Conrad. Sponsoren zu finden, sei inzwischen allerdings schwieriger geworden. Umso wichtiger seien deshalb Veranstaltungen, die zeigen, wie lebendig und vielfältig der Sport ist. Mit den weiteren Stationen am 16. August in Roßwein und am 26. September in Döbeln wird die neue Liga in den kommenden Monaten fortgesetzt. Der Auftakt im Jahnatal machte bereits deutlich: Skateboardfahren ist längst mehr als ein Trendsport. Es ist eine lebendige Gemeinschaft, die sich seit vielen Jahren mit großem Engagement ihren Platz in der Region geschaffen hat.und Elke Walter-Koch