Genaugenommen haben die Technitzer 26 dieser als klimaresistent bekannten Bäume gekauft, um sie an Bildungs- und soziale Einrichtungen in und um Döbeln zu verschenken. Natürlich wird einer der 26 Bäume auch im Gelände des Lernraumes seine Wurzeln schlagen – er wird diesen August der Schulanfangsbaum sein, der jedes Jahr für die neuen Erstklässler gepflanzt wird. Die Idee des „Wachsens“ ist hier Lernkonzept und Überzeugung gleichermaßen. Das Hortgelände ist in den zurückliegenden Jahren sukzessive begrünt und die Schule für ihr Konzept des naturnahen Lernens ausgezeichnet worden.
Rund 70 Euro kostet einer der zwei Meter hohen jungen Amberbäume, die der Lernraum anlässlich seines 26. Geburtstages und des großen Festumzuges zur 1045-Jahr-Feier in Döbeln gekauft hat. Statt Geld in irgendeinen Schmuck für den Festumzug zu investieren, der nach dem Heimatfest keine Verwendung mehr findet, entschlossen sich Lernraum-Mitarbeiter und der Trägerverein, in die Zukunft zu investieren. Ein paar der Bäume hatten die Technitzer beim Umzug dabei. „Wir möchten Döbeln etwas zurückgeben“, sagt Vorstandsassistentin Nelly Kührig. Dass sie anderen Döbelner Einrichtungen die Bäume sponsern, soll Ausdruck der Verbundenheit mit der Stadt und ihren Menschen sein. „Wir möchten etwas zurückgeben und einen langfristigen Mehrwert für die Gemeinschaft schaffen.“ Bis zu sechs Meter hoch wird der Laubbaum, der wenig Wasser benötigt und für seine atemberaubenden, leuchtend roten bis violetten Herbstfarben und seine charakteristischen stacheligen Fruchtkugeln bekannt ist. Momentan tragen alle 26 Bäume noch ihre Stütztriebe, später werden die unteren Äste weggeschnitten und so eine Krone geformt, die wunderbar als Schattenspender fungieren kann. Genau deswegen haben sich die Kindergartenkinder der Kita Kleeblatt in der Kunzemannstraße mit einem Reimgedicht und gemalten Bildern um zwei der Bäume beworben. „Wir haben hier mit Schule und Kita drei verschiedene Außengelände und sind einfach für jeden Schattenplatz dankbar“, erzählt Jennifer Gey, die die Kita derzeit leitet. Einer der Bäume soll auf dem Schulhof gepflanzt werden, einer vielleicht auf dem großen Pausenhof, der aktuell wegen einer Käferplage ohnehin umgestaltet wird. Etwa 40 Zentimeter wächst ein Amberbaum pro Jahr. Mit dem Baum bekommt jeder, der ihm bei sich eine neue Heimat gibt, eine Plakette zur Erinnerung, auf der die Technitzer ihre Intention noch einmal in Worte gefasst haben: „Amberbaum – Zukunft(sbaum) mit Respekt und Vielfalt“ steht da geschrieben. „Wir werben für eine Zukunft mit Respekt. Und wir möchten grüne öffentliche Orte fördern und einen kleinen, aber nachhaltigen Beitrag zur positiven Entwicklung des Stadtklimas leisten“, so Kührig.Zwölf von 26 Bäumen sind bereits vergeben. Das Seniorenheim in Technitz darf sich genauso über Amberbäume freuen wie die Kirchgemeinde Jahna. Die Übergabe erfolgte vor einigen Tagen. Die Technitzer hoffen, dass sich noch weitere Kindertagesstätten, Schulen oder soziale Einrichtungen melden, um einem oder mehreren der Klimabäume eine Heimat zu geben. Momentan stehen die Bäume sicher in der Baumschule. „Wir würden uns sehr freuen, wenn sich weitere Interessenten melden“, so Nelly Kührig.
und M. Engelmann-Bunk