„Wir knacken heute sicher noch die Tausend“, zeigte sich Badleiter Toni Bunzel überzeugt. Tatsächlich strömten immer mehr Familien, Kinder und Schwimmbegeisterte ins Döbelner Stadtbad. Kühles Wasser, schattige Plätze und ein abwechslungsreiches Programm machten die Anlage einmal mehr zum beliebten Treffpunkt für große und kleine Besucher. Zu den Höhepunkten des inzwischen siebten Familientages zählten eine große Wasserhindernisbahn im Schwimmerbecken mit Rutschen und Trampolin sowie der bundesweite Schwimmabzeichentag. Gemeinsam mit dem Döbelner Schwimmverein und der Wasserwacht konnten Kinder und Erwachsene die Schwimmabzeichen Seepferdchen sowie Bronze, Silber und Gold im Hallenbad ablegen.
Die Nachfrage war bereits im Vorfeld groß gewesen, berichtete Simone Jentzsch, Stadtbad-Verantwortliche bei den Stadtwerken Döbeln, die das Bad betreiben. Viele der Voranmeldelisten seien schon Tage zuvor nahezu vollständig belegt gewesen. Rund 150 Schwimmabzeichen werden im Döbelner Stadtbad jedes Jahr – ergänzend zum Schwimmunterricht der Schulen – abgenommen. Damit leistet die Einrichtung einen wichtigen Beitrag zur Schwimmausbildung in der Region.
Mit seinem 50 Meter langen Schwimmerbecken, einem Nichtschwimmerbecken, einem Planschbereich für die jüngsten Badegäste, zwei Sprunganlagen und einer rund 70 Meter langen Wasserrutsche zählt das Döbelner Stadtbad zu den größten Freibadanlagen der Region. Veranstaltungen wie der Familientag stellen deshalb besondere Anforderungen an Organisation und Personal.
Für einen sicheren Badebetrieb arbeiten die Mitarbeiter in drei Schichten. Im regulären Betrieb sind jeweils zwei Beschäftigte im Einsatz. Bei Veranstaltungen wie dem Familientag wird das Team durch Helfer des Döbelner Schwimmvereins und der Wasserwacht verstärkt. Nicht allein die Zahl der Badegäste sei dabei entscheidend, sondern immer die jeweilige Situation vor Ort. „Manchmal hat man mit 100 Besuchern mehr zu tun als mit 1000“, sagte Badleiter Toni Bunzel.
Auch hinter den Kulissen ist an heißen Sommertagen einiges zu leisten. Die Wasserqualität wird täglich überprüft. Bei besonders großer Hitze wird den Becken zusätzlich frisches Wasser aus unterirdischen Speichern zugeleitet, damit die Wassertemperatur angenehm bleibt. Nach Betriebsschluss reinigen die Mitarbeiter das gesamte Gelände einschließlich der Sanitäranlagen, bevor am nächsten Morgen die ersten Badegäste wieder Einlass erhalten.
An Spitzentagen wie dem Familientag wurden im Döbelner Stadtbad in den vergangenen Jahren bereits bis zu 1500 Badegäste gezählt. Eine feste Obergrenze für die Besucherzahl gibt es nach Angaben von Simone Jentzsch nicht. Lediglich nach der Corona-Pandemie musste der Einlass aufgrund des außergewöhnlich hohen Andrangs zeitweise kurzzeitig gestoppt werden.
Die Sicherheit werde durch qualifiziertes Aufsichtspersonal, Rettungsschwimmer sowie die Einhaltung der Haus- und Badeordnung gewährleistet, erklärte Simone Jentzsch. Gleichzeitig verwies sie auf die Eigenverantwortung der Badegäste. Insbesondere Eltern und Begleitpersonen seien aufgefordert, ihre Kinder während des Aufenthalts aufmerksam zu beaufsichtigen.
Der Familientag zeigte einmal mehr, wie viel Organisation und ehrenamtliches Engagement hinter einem gelungenen Badetag stecken. Während sich die Besucher im Wasser erfrischten oder auf der Hindernisbahn ihre Geschicklichkeit testeten, sorgten Mitarbeiter, Wasserwacht und Schwimmverein gemeinsam dafür, dass Freizeitspaß, Schwimmausbildung und Sicherheit auch bei hochsommerlichen Temperaturen Hand in Hand gingen. Als sich das Stadtbad am Abend langsam leerte, war für viele Besucher klar: Einen besseren Ort als das kühle Wasser gibt es an solch heißen Sommertagen kaum.
und Elke Walter-Koch