Nach kurzen Grußworten von Oberbürgermeister Sven Liebhauser und Landrat Sven Krüger eröffnete die Mittelsächsische Philharmonie unter Generalmusikdirektor José Luis Gutiérrez den Abend mit John Williams‘ „Olympic Fanfare“. Die mächtigen Blechbläserklänge passten hervorragend zur imposanten Bühne, die auf der großen Wiese aufgebaut worden war.
Andernorts werden derlei Konzerte gern an jüngere Kapellmeister delegiert. In Döbeln aber war das Chefsache. Denn Gutiérrez dirigierte mit sichtbarer Begeisterung und machte keinen Hehl daraus, dass diese Musik für ihn keine bloße Unterhaltung war.
Charmant und locker führte Moderatorin Antonia Neppl durch den Abend, den sie als „Reise um die Welt“ präsentierte. Unterstützt wurde das Orchester von vier Solistinnen und Solisten des Mittelsächsischen Theaters. Besonders neugierig durfte man auf Daniel Dittrich sein, der erst seit Kurzem zum Ensemble gehört. Gemeinsam mit Musical-Routinier Alexander Donesch präsentierte er „Die Schatten werden länger“ aus „Elisabeth“ und bewies dabei viel stimmliche Kraft.
Paola Alcocer beeindruckte mit ihrer warmen, dunklen Stimme unter anderem in einem Lied aus Astor Piazzollas Tango-Oper „Maria de Buenos Aires“. Isabel Saris komplettierte das Quartett und war später auch im beliebten Duett „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“ zu erleben. Zwar schlichen sich hier kleinere Unsicherheiten ein, doch tat dies der Begeisterung des Publikums keinen Abbruch.
Überhaupt war es weniger ein Konzert für kritische Analysen als ein gemeinsames Erlebnis für die ganze Stadt. Hits aus „Die drei Musketiere“, „Jesus Christ Superstar“ und „Dracula“ sorgten im ersten Teil für Abwechslung. Nach der Pause verlagerte sich der Schwerpunkt in Richtung Popmusik.
Spätestens als Alexander Donesch bei David Hasselhoffs „I’ve been looking for freedom“ das Publikum zum Mitsingen animierte, war aus dem Konzert endgültig ein großes Fest geworden. Udo Jürgens’ „Ein ehrenwertes Haus“ sorgte für nostalgische Momente, bevor das Gesangsquartett mit Nenas „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ den Schlusspunkt setzte.
und Hagen Kunze