In Scharen hatten sich die Döbelner und ihre Gäste die möglichst schattigen Plätze am Straßenrand gesucht. Denn bei 34 Grad ist so ein Umzug für Beteiligte und Zuschauer ein Kraftakt. Immer wieder gab es Abkühlung mit Wasserspritzen von den Festwagen oder von der Feuerwehr, die am Körnerplatz mit feinem Sprühstrahl den Teilnehmern Abkühlung verschaffte.
„Döbeln ist die schönste kleine Großstadt“, waren sich Stefan Bräuer und Thomas Böttcher einig. Beide moderierten den vorbeiziehenden Festumzug an der Rosa-Luxemburg-Straße, in Höhe der Stadtwerke.
Thomas Böttcher ist seit 22 Jahren stolzer Döbelner. Stefan Bräuer ist als Sportmoderator, etwa beim Döbelner Halbmarathon in Döbeln bestens bekannt. „Hier gibt es nicht nur schnelle Läufer, sondern ihr habt mit der Freiberger Mulde auch den schnellsten Fluss Europas“, gab er zum Besten.
Oberbürgermeister Sven Liebhauser und zahlreiche Stadträte führten den Umzug an. Ihnen folgte an einem Traktor montiert, das Stadtwappen, das Kinder in den Winterferien im Stadtmuseum aus 30.000 Legosteinen zusammengesteckt haben. Auch die Geschichte des Döbelner Riesenstiefels durfte nicht fehlen. Im Umzug war von der Döbelner Stiefelparade der Kutscherstiefel mit von der Partie.
Es folgte der historische Teil des Umzuges mit Darstellungen von der Besiedlung, über die erste Erwähnung Döbelns im Jahr 981, die Reformationszeit und das Mittelalter bis hin zur Zeit Döbelns als Garnisonsstadt. Über die Jahrhunderte erlebte Döbeln auch schwere Zeiten wie 20 verheerende Stadtbrände, 50 Hochwasser und das Wüten der Pest.
Wirtschaft und Verkehr in Döbeln nahmen im Umzug großen Raum ein. Von Postkutsche bis Pferdebahn, von Regiobus bis Krankenhaus, das 1881 mit 40 Betten gegründet wurde. Heute ist das Klinikum Döbeln mit über 500 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Stadt. So wie die Firmengruppe Partzsch. Die präsentierte sich so wie viele weitere Unternehmen im Umzug.
Ein großer Block befasste sich mit dem Leben in Döbeln. Es präsentierten sich Kindereinrichtungen, Schulen, Musikschule, Theater und Vereine.
Dabei bekamen die Zuschauer an den Straßenrändern allerhand dargeboten – von Tanzeinlagen bis Judo. Aber auch Freibier, Saft oder Wein vom Döbelner Weinbauverein wurden verkostet.
und Thomas Sparrer