Auf zwei Etagen gibt es in dem Truck Zukunft zum Anfassen. Wer von den Schülerinnen und Schülern bisher dachte, die naturwissenschaftlichen Fächer seien ein notwendiges Übel am Gymnasium, hatte wahrscheinlich einige Aha-Effekte.
„Das ist Sinn der Übung“, sagt Emily Tropf. Die studierte Biochemikerin und ihre beiden Kollegen mit Abschlüssen in Biotechnologie haben die Jungen und Mädchen der 10c ruckzuck für Zukunftstechnologien begeistert. Etwa dafür, was man mit der Kraft seiner Gedanken in Zukunft alles steuern könnte.
Eine Kugel zum Beispiel. Statt des Controllers wie bei Mario-Kart misst ein Stirnband Hirnströme. Entspannt sein lässt die Kugel auf dem Bildschirm durch ein Labyrinth rollen. Stress im Kopf lässt sie abstürzen. „Kinder, die im Rahmen einer ADHS-Therapie Entspannungstechniken lernen, sind bei diesem Spiel unschlagbar“, erklärt Emily.
Die Experimente im Erdgeschoss des Busses befassen sich mit leicht abbaubaren Biokunststoffen, mit digitalisierter Landwirtschaft oder einer Hyperloop-Magnetschwebebahn, die bis zu 1200 km/h Geschwindigkeit erreichen könnte. Die Schüler lassen dabei eine Metallkugel zwischen Magneten in einem Vakuum-Glasrohr schweben. Ob jemals ein echter Hyperloop-Zug durch eine Vakuumröhre donnert, bleibt wegen des enormen technischen Aufwands heute noch unbeantwortet. „Andere Dinge, die ihr hier seht, werden vielleicht in wenigen Jahren für euch so selbstverständlich sein wie heute euer Smartphone“, sagt Emily Tropf. Im Obergeschoss des Busses haben die Schüler VR-Brillen aufgesetzt. In der virtuellen Realität bauen sie eine Drohne zusammen. „Solche VR-Brillen setzt Mercedes schon zur Schulung von Mitarbeitern ein“, weiß Robin Wistinghausen, wissenschaftlicher Berater im TT-Truck. Nebenan programmieren die Schüler Roboter oder testen Mixed-Reality-Brillen, die reale und virtuelle Inhalte kombinieren. Dabei erleben sie eine spannende Fahrt in einem Auto auf einem Montageband.
Was die Schüler besonders cool fanden, speichern sie auf kleinen Icons und verknüpfen es mit Berufen und Studiengängen, die dazu passen würden. So können sie all das später am heimischen Computer wieder abrufen. und Thomas Sparrer