Jetzt kann der junge Verein, der seit drei Jahren im Erdgeschoss des alten Stemke-Werkes seine Veranstaltungshalle saniert, neue Projekte angehen. Die alte Fabrik wird zum öffentlichen Raum in Döbelns Mitte entwickelt: zum Kulturzentrum, zu einem Platz für Veranstaltungen, Diskussionen, Lesungen, zu einem Ort, der Vernetzung möglich macht.
Einer der wichtigsten Schritte für den mittlerweile 57 Mitglieder starken Verein ist der Einbau von drei Brandschutztüren, die den Kultmans-Bereich klar vom Rest des alten Industriebaus an der Waldheimer Straße trennen. Das Obergeschoss ist an einen weiteren Verein vermietet. Dort hat der Döbelner Gesundheitssport seit Anfang des Jahres sein Domizil und bietet täglich seine Kurse an.
Auch vom Bund der Selbstständigen hat Kultmans gerade 1000 Euro bekommen, kürzlich spendete die Stadt Döbeln ebenfalls 1000 Euro. Was mit dem Geld passiert, das der Verein durch das Crowdfunding auf der Sparkassen-Plattform zur Verfügung bekommt? „Es fließt komplett in die strukturelle Weiterentwicklung unseres Vereins“, sagt Vorsitzender Rico Kretschel, der genauso wie alle anderen Mitglieder ehrenamtlich für das Großprojekt im Zentrum der Stadt arbeitet.
Dabei geht es nicht nur um Brandschutz oder neue Schallschutzfenster, die in der gesamten Etage noch benötigt werden. Gebraucht werden auch Veranstaltungstechnik, mobile Ausstattung für den Seminarraum, in dem es Workshops und Bildungsangebote geben wird, Kühlschränke und Ausstattung für die Bar in der Veranstaltungshalle und, und, und. „Wenn wir jetzt Veranstaltungen machen, müssen wir viele Dinge ausleihen und dafür Gebühren zahlen.“
Kann sich der Verein die erforderliche Ausstattung anschaffen, werden langfristige Kosten reduziert und es ist unabhängigeres Arbeiten möglich. „Wir können so unsere Angebote qualitativ weiterentwickeln“, sagt Kretschel. Das betrifft zum Beispiel den Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr am letzten Novemberwochenende zum dritten Mal von den Kultmans-Machern organisiert wird.Auch wenn es noch ein halbes Jahr dauert, bis sich die große Veranstaltungsfläche wieder in den einzigen Döbelner Indoor-Weihnachtsmarkt verwandelt – die Ideenschmiede ist jetzt schon aktiv. „Wir wollen das Angebot auf der Fläche vor der Fabrik noch erweitern“, sagt Rico Kretschel. Im vergangenen Jahr hatte der zweitägige Weihnachtsmarkt Hunderte Menschen in die alte Stemke-Fabrik gezogen.
Auch ein ganz neues Projekt ist bei Kultmans angeschoben worden und kann überhaupt nur mit Hilfe von Spendengeldern realisiert werden. Es hat mit der Weihnachtszeit zu tun und greift den großen Gedanken, der den Verein trägt, in Form einer ganz besonderen Veranstaltung auf: Für den 2. Weihnachtsfeiertag organisieren die Mitglieder ein Dinner für einsame Menschen.
„Niemand sollte allein am Tisch sitzen müssen. Deshalb laden wir Menschen zu uns ins Stemke ein, gemeinsam zu essen, zu lachen und echte Begegnungen zu erleben. Gemeinschaft beginnt oft mit einem freien Platz am Tisch“, fasst der Vereinschef zusammen, welche Idee hinter der Veranstaltung steht. Nicht nur die eigenen Vereinsmitglieder werden sich bei diesem Weihnachtsessen zu den Eingeladenen gesellen, um ins Gespräch zu kommen.
„Wir sprechen andere Vereine an, ob sie sich vielleicht beteiligen möchten“, sagt Kretschel. Aktuell laufen die Planungen für die Veranstaltung. Um die Menschen zu erreichen, an die sich das Angebot richtet, starten die Organisatoren eine Umfrage . „Wir gehen gezielt auf Institutionen und Organisationen zu, die mit einsamen Menschen zu tun haben.“und M. Engelmann-Bunk