Abschied nach 25 Jahren
Vom Fluss ins Becken: Die „Schnelle Welle“ gewinnt den letzten Spitzstein-Drachenbootcup auf der Freiberger Mulde.

Das letzte Finalrennen nach 25 Jahren Spitzstein-Drachenbootcup auf der Freiberger MuldeFoto: Gerhard Schlechte
Döbeln. Zum wahrscheinlich letzten Mal wurde der Spitzstein-Drachenbootcup des ESV Lok Döbeln auf der Freiberger Mulde ausgetragen. Nach 25 Jahren und 778 Rennen verlässt der Cup den Fluss und wechselt ins Döbelner Freibad. Neustart im neuen Format ist am 18. September 2027.Doch am Sonnabend ging es noch einmal hoch her auf der Mulde – diesmal am Kanuheim Bischofswiese. So wechselhaft wie das Wetter bei der 25. Ausgabe der feucht-fröhlichen Veranstaltung waren auch die Emotionen, vor allem am Ende des Renntages. Denn bei der großen Siegerehrungsparty im Festzelt wurden nicht nur die Gewinner in den sportlichen und kreativen Kategorien gefeiert, sondern auch die Pläne für den Neustart bekannt gegeben, dieden Drachenbootcup am Leben erhalten sollen.

In den zurückliegenden Jahren nach der Corona-Zwangspause waren die Teilnehmerzahlen zurückgegangen. Für viele Teams ist es zunehmend schwieriger geworden, genügend Paddler an den Start zu bringen. Das neue, kleinere Format soll unter anderem diesem Aspekt Rechnung tragen: Die erforderliche Mannschaftsstärke wird sinken, der Cup nicht mehr den ganzen Tag dauern.

Um die Veranstaltung auch für neue Teilnehmer attraktiv zu machen, planen die Organisatoren, Kategorien anzubieten, die die unterschiedlichen Herangehensweisen der Teams berücksichtigen: Die einen mögen es sportlicher, die anderen wollen hauptsächlich Spaß. „Vielleicht bieten wir auch wieder einen reinen Firmencup an“, sagt Bianca Frenzel vom Organisationsteam. Bunt und fröhlich soll die Veranstaltung bleiben.

Beim vorerst letzten Döbelner Drachenbootcup auf der Mulde im althergebrachten Stil wurden die Karten unter den Teams noch einmal kräftig neu gemischt. Nicht nur sportlich, auch was Kostüme und Performance anging, erreichte die Veranstaltung noch einmal ein neues Niveau. „Das wird absolut schwer heute zu entscheiden sein“, freute sich Bianca Frenzel über die breite Vielfalt und große Kreativität an der Regattastrecke.

Zwei Newcomer machten hier besonders auf sich aufmerksam: Die Stadtverwaltung Döbeln als „Verwaltungswelle“ hatte erstmals ein Team an den Start gebracht und sorgte als Olsenbande, die von der Polizei gejagt wird, für Stimmung auf der Bühne. Der Lohn war Platz 1 für die beste Performance.

Auch Platz zwei ging an einen Neuling: „Glanz und Gräten“ aus Waldheim erzählte tanzend unter Seifenblasen eine Geschichte von Meerjungfrauen und Fischen. „Wir haben ein paar Angler dabei“, erklärte Teamchefin Christin Rost, warum man sich für das Fisch-Thema entschieden hatte. Warum sie überhaupt am Cup teilnehmen? „Weil wir die Veranstaltung so schön finden und wollen, dass es sie nächstes Jahr wiedergibt.“

Sogar das Team mit den meisten Jahren auf dem Buckel – die Schnelle Welle – wartete nach langer Kreativ-Pause wieder mit Kostüm und Performance auf und sorgte als Kuhherde mit Cowgirls für Stimmung. Mit 22 Teilnahmen ist das Team am häufigsten beim Cup dabei gewesen, und auch was den Altersdurchschnitt angeht, kann dem Team keiner das Wasser reichen: Der liegt bei 49 Jahren.

Dass beim Paddeln das Alter keine Rolle spielt, bewies die Schnelle Welle dann auf dem Wasser: Die Mannschaft gewann alle ihre Rennen und somit den Cup vor den SaxTax Dragons (Finanzamt) und der Confetti Crew Leisnig.

Die Party am Abend im Festzelt am Kanuheim holte noch einmal Erinnerungen an frühere Cups zurück. Udo Hundrieser, der den Spitzstein-Drachenbootcup aus der Taufe gehoben hatte und 2010 aus dem Organisationsteam ausgeschieden war, war zur Feier der 25. Ausgabe noch einmal in sein altes Moderatoren-Kostüm geschlüpft.

und Manuelaund Engelmann-Bunk
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