Entstanden ist der Band in ehrenamtlicher Arbeit durch die Arbeitsgruppe der Döbelner Heimatfreunde unter Mitwirkung von Archivleiterin Ute Ludwig. Neben einer umfangreichen Zeittafel enthält die aktuelle Ausgabe vier thematische Beiträge zur Stadtgeschichte.
Oberbürgermeister Sven Liebhauser würdigte die Arbeit der Autoren und Mitwirkenden. „Alle fünf Jahre bietet sich die Gelegenheit, den Blick auf das zu richten, was unsere Stadt ausmacht“, sagte er. Das Döbelner Mosaik hält fest, was sonst schnell in Vergessenheit geraten könnte. Geschichte sei nicht abstrakt, sondern gelebtes Leben. „Letztlich schreiben wir alle am Döbelner Mosaik mit“, betonte der Oberbürgermeister.
Die Zeittafel umfasst die wichtigsten Ereignisse in Döbeln von Juli 2020 bis Juni 2025. Darüber hinaus widmet sich der Band den Umsiedlern und Vertriebenen in Döbeln zwischen 1943 und 1948, den Döbelner Orgelbauern, dem Haus Wappenhensch sowie der Stadtmauer.
Nacheinander kamen auch die Autoren zu Wort. Jürgen Dettmar erinnerte an die langjährige Arbeit der Heimatfreunde bei der Dokumentation der Stadtgeschichte. Bereits die erste umfassende Chronik von 1999 sei ein Mammutprojekt gewesen. Dafür wurden rund 11.000 Arbeitsstunden investiert. Die Erstausgabe war damals innerhalb kurzer Zeit vergriffen und wurde mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt gewürdigt, erzählte er.Für die aktuelle Ausgabe habe er wiederum rund 2.500 Fakten zusammengetragen. Die größte Herausforderung sei dabei die Auswahl und Verdichtung der Informationen gewesen. „Wir haben die Arbeitsstunden nicht gezählt, aber sie dürften weit über 100 Stunden pro Person gelegen haben“, sagte Dettmar.
Katrin Niekrawitz erläuterte die Bedeutung des Titels. Ein Mosaik sei seit jeher Ausdruck von Vielfalt und Wertigkeit. Auch das Döbelner Mosaik setze sich aus zahlreichen kleinen Einzelsteinen zusammen, die gemeinsam ein lebendiges Bild der Stadtgeschichte ergeben. Die inzwischen sieben Bände seien deshalb zu einem wertvollen Schatz und begehrten Sammlerobjekt geworden.
Helmut Bunde widmete sich der Döbelner Stadtmauer. So sei die einst rund 1,7 Kilometer lange Befestigungsanlage an mehreren Stellen bis heute erhalten. Archäologische Untersuchungen brachten zudem Hinweise auf eine zweite, sogenannte Zwingermauer zutage.
Weitere Beiträge befassen sich mit den zwölf nachweisbaren Döbelner Orgelbauern, von deren Instrumenten im Döbelner Umland noch drei erhalten und spielbar sind. Breiten Raum in der neuen Mosaik-Ausgabe nimmt außerdem die Geschichte der Vertriebenen und Umsiedler ein.
Döbeln war nach dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiger Knotenpunkt für die Verteilung der Ankommenden. Im Jahr 1947 bestand bereits etwa ein Viertel der Bevölkerung aus Umsiedlern – ein Kapitel der Stadtgeschichte, das lange wenig Beachtung fand.
Besonders hervorgehoben wurde die Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern des Leistungskurses Geschichte von Katrin Niekrawitz. Gemeinsam mit den Heimatfreunden wurden historische Quellen ausgewertet und Texte aus alter Sprache übertragen. Die generationenübergreifende Zusammenarbeit führte dann sogar zu einer erfolgreichen Teilnahme an einem Geschichtswettbewerb.
Zum Abschluss der Veranstaltung überreichten die Autoren den neuen Band symbolisch an Oberbürgermeister Sven Liebhauser. Mit dem siebten Döbelner Mosaik wird die Chronik der Stadt um ein weiteres Kapitel ergänzt – und die Tradition der von Karl Hingst begonnenen Geschichtsschreibung fortgeführt.und elke walter-koch