Stiefelweitwurf wie in Finnland
Titelgeschichte: Mit einer Premiere lockte das Volkssportfest des Heimatvereins die Besucher an

Stiefelweitwurf nach finnischem Vorbild stand auf dem Programm beim Volkssportfest in Leisnig.Foto: Elke Walter-Koch
Leisnig. Mit einem kräftigen Salutschießen eröffneten die Mitglieder des Schützenvereins das Jubiläums-Sportfest auf dem Sportplatz „An der Linde“. Der Knall sollte weithin hörbar sein.

„Wir wollen uns in die Ohren der Leisniger schießen, damit alle aus dem Mittagsschlaf aufwachen und zum Sportplatz kommen“, sagte Uwe Reichel, Vorsitzender des Heimatvereins, augenzwinkernd.

Anlässlich des Jubiläums des Leisniger Riesenstiefels hatte der Heimatverein zu einem zünftigen Volkssportfest eingeladen. Nachdem im vergangenen Jahr bereits das 100-jährige Bestehen des Döbelner Riesenstiefels gefeiert worden war, sei mehrfach die Frage aufgekommen, ob es nicht auch in Leisnig eine passende Veranstaltung geben könne, berichtete Reichel. Austragungsort war der Sportplatz „An der Linde“.

Eine vergleichbare Veranstaltung hatte dort seit Jahren nicht mehr stattgefunden. Einst, so Reichel, war der Sportplatz Austragungsort von Schulsportfesten und dem Sommersonnenfest des SV Leisnig. In den vergangenen Jahren sei das Vereinsleben jedoch zunehmend eingeschlafen. „Solche Veranstaltungen leben von engagierten Initiatoren“, sagte der Vereinsvorsitzende. Umso mehr freue man sich, dem Gelände nun wieder neues Leben eingehaucht zu haben.

Nach der Eröffnung konnten sich die Besucher in Teilnehmerlisten eintragen und verschiedene Sportarten ausprobieren. Ziel der Veranstaltung war nicht nur das Stiefel-Jubiläum, sondern auch, Vereine zusammenzubringen und Menschen für deren Angebote zu begeistern. Mit dabei waren unter anderem die Bogenschützen, der Schützenverein sowie der Leisniger Dartverein. Besonderes Interesse galt jedoch dem zum Anlass erstmals ausgetragenen Stiefelweitwurf. Für diesen orientierten sich die Organisatoren an den Regeln des in Finnland beliebten Gummistiefelweitwurfs. Gewertet wurde in den Kategorien Frauen, Männer und Kinder. Die Erwachsenen warfen mit genormten Stiefeln, die je nach Kategorie ein festgelegtes Gewicht aufwiesen. Jeder Teilnehmer hatte sechs Versuche. Sieger wurde, wer die größte Weite erzielte. Auch die weiteren Wettbewerbe wurden mit viel Ehrgeiz bestritten. Die Bogenschützen veranstalteten einen eigenen Wettkampf, die Schützen traten mit Laserpistolen an und der Dartverein lud zum Dartschießen ein. Die Auswertung erfolgte am späten Nachmittag. Die besten Teilnehmer erhielten Urkunden und eigens für die Veranstaltung gefertigte Medaillen.

Diese hatte der Heimatverein selbst in Auftrag gegeben. Der Entwurf stammte von der Döbelner Firma Wilhelm. Geprägt wurden unter anderem Medaillen mit dem Motiv des Riesenstiefels, die eigens für das Volkssportfest hergestellt worden waren.

Für den Heimatverein stand jedoch nicht allein der sportliche Wettbewerb im Mittelpunkt. „Wir wollen etwas für die Vereine tun und die Menschen zusammenbringen“, betonte Uwe Reichel. Der Verein mit seinen 67 Mitgliedern sei zwar vor allem für seine heimatgeschichtliche Arbeit bekannt, wolle aber hin und wieder auch lebendige Veranstaltungen organisieren.

Im Heimatverein werde derzeit an einer neuen Leisniger Chronik gearbeitet. Nach zahlreichen Forschungsarbeiten sei die Idee für das Volkssportfest entstanden, um einmal nicht nur über Geschichte zu sprechen, sondern Gemeinschaft aktiv erlebbar zu machen.

Die gelungene Premiere zeigte, dass das Interesse an solchen Veranstaltungen in Leisnig ungebrochen ist. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, verschiedene Sportarten auszuprobieren und den Tag in geselliger Runde ausklingen zu lassen.und Elke Walter-koch
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