1000 Ja-Worte auf Burg Kriebstein
Das Jubiläumspaar Michael und Anne Zimmermann kommt aus Döbeln.

Michael und Anne Zimmermann.Foto: Elke Walter-Koch
Kriebstein. Ein ganz besonderes Jubiläum wurde jetzt auf Burg Kriebstein gefeiert: Unter Regie vom Standesamt Hainichen wurde dort die 1000. Ehe geschlossen, seitdem die Burg im Jahr 2000 in den Standesamtsbezirk eingegliedert wurde.

Das Jubiläumspaar stammt aus Döbeln. Hainichens Oberbürgermeister Dieter Greysinger ließ es sich nicht nehmen, den Eheleuten sowie der Standesbeamtin Melanie Höfer persönlich zu diesem besonderen Anlass zu gratulieren.

Das eintausendste Hochzeitspaar auf Burg Kriebstein waren Anne und Michael Zimmermann aus Döbeln. Gemeinsam mit ihrem vierjährigen Sohn Pepe heirateten sie im kleinen Festsaal der Burg im Kreis von etwa 20 Gästen. „Die Trauung war noch viel schöner, als wir es uns vorgestellt haben“, sagten die Frischvermählten.

Erst vor vier Wochen erfuhren sie vom Jubiläum. Kennengelernt haben sich beide im Jahr 2019. Mit der Burg verbindet Michael Zimmermann zudem persönliche Erinnerungen. „Ich habe als Kind oft hier im Ort übernachtet“, erzählte er. Nach der Trauung wurde gemeinsam mit Familie und Freunden im KL17 in Döbeln weitergefeiert.

Dass die eintausendste Hochzeit ausgerechnet auf Burg Kriebstein gefeiert wurde, überrascht kaum, so die Mitarbeiter der Burg, die zwischen der neunhundertneunundneunzigsten und der eintausendsten Trauung zugleich Besucher ins Museum einließen.

Einige Hochzeitsgäste seien zum ersten Mal zu einer Trauung auf der Burg. „Geheiratet wird heute vielleicht nicht mehr so häufig, dafür aber bewusster und in besonderer Umgebung.“

Dass diese besondere Atmosphäre auf Burg Kriebstein spürbar ist, war allen Beteiligten anzusehen, gilt die mittelalterliche Anlage hoch über der Zschopau doch seit langem als eine der schönsten Ritterburgen Sachsens und gehört zu den romantischsten Trauorten des Freistaates.

Nicht zuletzt diente die Burg immer wieder als Filmkulisse für Märchen- und Historienfilme. Schneewittchen wandelte hier ebenso durch die alten Gemäuer wie die sagenumwobene Blutgräfin Erzsébet Báthory im Kinofilm „Die Gräfin“. Selbst internationale Produktionen wie „The Grand Budapest Hotel“ nutzten die mittelalterliche Anlage als Kulisse.

Die eigentliche Historie der Burg reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Errichtet wurde das Gemäuer von Dietrich von Beerwalde, einem Ritter und Grundherrn aus dem Umfeld der wettinischen Markgrafen. Besonders bemerkenswert ist, dass große Teile der ursprünglichen Anlage bis heute erhalten geblieben sind.

Auf einem Felssporn gelegen und von der Zschopau auf mehreren Seiten umflossen, wirkt die Burg noch immer wie aus der Zeit gefallen – eine Mischung aus Geschichte, Romantik und landschaftlicher Kulisse, welche Besucher und Feiernde immer wieder verzaubert.

Besonders gefragt, so Greysinger, war die romantische Burg bereits in den ersten Jahren nach der Aufnahme in den Standesamtsbezirk Hainichen. Rekordjahr war 2007, als insgesamt 70 Ehepaare in den historischen Gemäuern heirateten.

Wer heute durch die alten Räume geht, spürt schnell, dass Burg Kriebstein weit mehr ist als ein gewöhnlicher Veranstaltungsort. Trauungen finden unter anderem im Großen Festsaal statt, einem repräsentativen Raum aus dem 15. Jahrhundert mit historischen Gemälden, Kamin, schweren Stoffen und einem Steinway-Flügel.

Bis zu 99 Gäste können dort an der Zeremonie teilnehmen. Wer es kleiner und persönlicher mag, entscheidet sich häufig für die mittelalterliche Burgkapelle. Sie zählt zu den ältesten Räumen der Anlage. Die mehr als 600 Jahre alten Wandmalereien, das gedämpfte Licht und die historischen Mauern schaffen dort eine beinahe intime Atmosphäre.

Auch rund um die Trauung bietet die Burg zahlreiche Möglichkeiten: Sektempfang im Burghof, Feiern in historischen Sälen, Hochzeitsfotos zwischen Türmen und alten Mauern oder liebevolle gemeinsame Aktionen. So durchschnitten Anne und Michael Zimmermann am Eingangstor symbolisch ein Herz auf einer Leinwand mit der Aufschrift: „Der gemeinsame Weg ist der Beste.“

und Elke Walter-Koch
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