Zeitloser Ostrock mitder Gruppe LIFT
Artrock aus dem Osten seit den 70er Jahren: LIFT gibt Konzert in Döbeln

Am Sonntag, 7. Juni, ist die Band LIFT in der Döbelner St. Nikolaikirche zu erleben.Foto: Marcus Brauer
Döbeln. Am Sonntag, den 7. Juni, gibt es in der St. Nikolaikirche in Döbeln ein Wiedersehen und Wiederhören mit einer der bekanntesten Rockbands aus Ostdeutschland: LIFT. 1973 in Dresden gegründet, war die Formation eines der Flaggschiffe des Progressive und Artrock, wie er nur in der DDR gespielt beziehungsweise produziert wurde.

Mit lyrischen Texten und teils avantgardistischer Musik bewegten sich Bands wie die Stern-Combo Meißen, electra und LIFT in einem experimentellen Sektor, der Elemente aus dem Jazz oder Progressive Rock einfließen ließ.

Während jenseits der Mauer Bands wie Kraftwerk, Can oder Tangerine Dream aufhorchen ließen, ging in einer Szene, die heute zu unrecht allein wegen der geografischen Zuordnung als „Ostrock“ bezeichnet wird, ebenfalls ein neues Kapitel auf.

Hier wirkte eine bis heute identifizierbare Stilistik fort. Die Musik von LIFT war ein integraler Bestandteil davon und gleichzeitig eine ihrer prägnantesten Facetten. Sehr früh wurden zum Beispiel bei LIFT die Streicher durch elektronische Klänge ersetzt.

Ein sinfonischer Aufbau der Stücke sowie lyrisch-melancholische Texte prägten diese Ära. Songs wie „Stille Stunde, Abendstunde“ sind unvergessen. „Nach Süden“ wurde zum Sehnsuchtslied für junge Leute, die sich innerhalb der Mauern um ihr Land um ihre Freiheit gebracht sahen, die Welt für sich zu entdecken.

Nicht zuletzt durch die markante Stimme von Stephan Trepte blieb das Stück „Mein Herz soll ein Wasser sein“ den Menschen in Erinnerung, mit seinem eigentümlichen Taktgefüge und dem zu Herzen gehenden Gitarrensolo.

Das Lied war nach Treptes Wechsel von electra zu LIFT sein dortiges Einstandsstück gewesen. Zum Text von Kurt Demmler komponierte Trepte die Musik - und sorgte für ein zeitloses Meisterwerk. Es blieb nach Treptes Wechsel zur Band Reform im LIFT-Repertoire und ist daraus nicht wegzudenken.

Von Beginn an war das Bestehen von LIFT von Besetzungswecheln begleitet. Unter anderem kamen Sänger Henry Pacholski sowie Bassist und Gründungsmitglied Gerhard Zachar auf tragische Weise bei einem Autounfall ums Leben. Heute steht Werther Lohse am Mikrofon, der bereits von 1974 bis 1978 zur Band gehörte und dann wieder ab 1979.

Am Sonntag, 7. Juni, tauchen die Besucher des Konzertes in der St. Nikolaikirche ab 17 Uhr nicht nur in eine Ostrock- und Nostalgiewelle ein, sondern in ein Stück Zeitgeschichte der Rockmusik, in der sich Werke wie von LIFT keinesfalls vor der internationalen Konkurrenz verstecken mussten und dies auch heute nicht müssen.

Tickets gibt es für 35 Euro in der Stadtinformation und im Pferdebahnmuseum Döbeln sowie für 38 Euro an der Abendkasse.

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