Döbelner Kulturnachtlockte zahlreiche Gästeauf die Muldeninsel
Titelgeschichte: Über 500 Mitwirkende boten ein vielfältiges Programm an

Die Mitglieder des Döbelner Stadtsingechores sangen im Henwi Kaufhaus zwischen Kleidern und Umkleiden aus ihrem Repertoire.
Döbeln. Der Wettergott meinte es doch noch gut mit den Veranstaltern und über 500 Mitwirkenden der Döbelner Kulturnacht. Nur vereinzelt tröpfelte etwas Regen vom Himmel. Die Blechbläser der Musikschule hatten zum Auftakt am Nachmittag vom Rathausbalkon sogar Sonnenschein im Gepäck.

Die Erfolgsveranstaltung ging am Tag vor dem Männertag in die dritte Runde. Und das mit einer am Abend ziemlich gut besuchten Innenstadt. Das Programm hielt dieses Mal auf der gesamten Muldeninsel in Döbeln über 40 Darbietungen aus den Bereichen Musik, Kunst, Literatur, Theater und Tanz an 22 verschiedenen Veranstaltungsorten im Zentrum der Großen Kreisstadt bereit.

Überall in der Stadt gab es etwas zu sehen, zu hören oder ein Angebot zum Mitmachen. Im Henwi-Store im City-Kaufhaus sang der Stadtsingechor für die Besucher. Gleich gegenüber in der Parkhaus-Passage, im Büro des City-Managers, konnten Kinder mit Margitta Cyron Grußkarten gestalten oder mit Claudia Röhm Sommerlichter basteln.

Im Theater lief da schon eine öffentliche Probe für Moby Dick. Das Stück hat am 16. Mai Premiere. Der große Theatersaal war an diesem Nachmittag und Abend gleich mehrmals gut gefüllt mit stolzen Eltern und Großeltern. Denn hier traten die Tanzgruppen des KJSC und der Döbelner Dance Company auf. Die Theatermacher gingen unterdessen gemeinsam mit dem Jungen Theater in der Stadt auf Tournee. Etwa ins dicht bespielte Döbelner Rathaus, wo vom Foyer bis unters Dach Kultur angeboten wurde. Im Ratskeller spielten Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums Theater und stellten spannende Texte beim Poetry Slam vor.

Auch in der Ritterstraße herrschte Begängnis: Sven Weißflog zeigte bei mehreren Führungen die Geschichte des Viertels. Im Gourmandise gab es spannende Lesungen mit Anke Kirst, Elke Walter-Koch und von den Mitgliedern des Döbelner Bürgertheaters Loge Nr5. Davor auf der Straße boten die Baseballer des Döbelner SV venezolanische Spezialitäten zum Essen und Trinken an und es wurde Salsa getanzt.

Hinter der in lila, weiß und blau gestalteten Fassade des ehemaligen Verwaltungsgebäudes gegenüber der Post wurde zur Kulturnacht bereits zum zweiten Mal aus dem unsanierten Lost Place mitten im Stadtzentrum das „Haus der Kulturen“. Eigentümer Sven Weißflog hatte das Gebäude wieder jungen Künstlerinnen und Künstlern als kreative Spielwiese bereit gestellt. Ekaterina Feil und Tom Händler haben mit weiteren Akteuren daraus wie schon 2025 wieder eine tolle Galerie auf Zeit entwickelt.

Bei der zweiten Auflage des Hauses der Kulturen war das Interesse der Kunstschaffenden wieder enorm. Mehr als 30 Künstlerinnen und Künstler aus nah und fern, haben die insgesamt 27 Räume individuell mit ihren Kunstwerken gestaltet. Deshalb ist das Haus der Kulturen in diesem Jahr noch um die oberste Etage erweitert worden. Zu sehen waren in den Ausstellungsräumen Fotografien, Bilder, Graffiti und Objekte sowie Installationen, eine Performance und Videovorführungen. Es gab Workshops, Musik von einem DJ und in der obersten Etage Körperkunst eines Tattoo-Künstlers aus Leipzig. An diesem Wochenende (16. und 17. Mai) jeweils von 13 bis 19 Uhr, stehen die Türen zum Haus der Kulturen noch einmal offen. Ebenso ist zur Langen Nacht der Jugend am 29. August nochmals geöffnet.

Eingebunden in die Kulturnacht war auch dieses Mal wieder das Lesefest der Stadtbibliothek am Lutherplatz. Döbelns Kantor Markus Häntzschel an der Orgel und Sprecherin Margot Berthold luden vor allem die Kinder gleich gegenüber in die Döbelner Nicolai-Kirche ein, bei einem Orgelkonzert mit dem „Orgelwurm auf große Fahrt“ zu gehen.

Organisiert wurde die Kulturnacht durch das Sachgebiet Kultur der Stadt Döbeln, das Quartiersmanagement, das Mittelsächsische Theater und den Treibhausverein. Der Verein Töpelwinkel, die Freie Landschule und die Oberschule Am Holländer boten neben den bekannten Gastro-Anbietern im Stadtgebiet Essen to go an.und Thomas SParrer



Druckansicht