Die Idee kommt vom Geschichts- und Heimatverein: Dieses Jahr wird es eine kleine Stiefelolympiade für alle in Leisnig geben. „Es gibt einen konkreten Anlass dafür“, schildert der Vereinsvorsitzende Uwe Reichel. „Dieses Jahr wird unser Riesenstiefel 30 Jahre alt.“
Dies solle nicht unterm Radar über die Bühne gehen, sagt Reichel und räumt ein, dass der Impuls dafür von Leisnigern kam, die ihn darauf angesprochen hatten: „In Döbeln ging es zum 100-jährigen Bestehen des dortigen Stiefels an allen Ecken und Enden um Stiefel. Unseren eigenen, zwar jüngeren, aber immerhin größeren Stiefel werden wir also auch gebührend feiern.“
Wir, das sind nicht allein die Mitglieder vom Geschichts- und Heimatverein. Zur kleinen Stiefelolympiade werden neben dem Stiefelweitwurf Wettkämpfe ausgetragen im Dart, im Luftgewehr- sowie im Bogenschießen. „Es geht also im weiteren Sinne um den Spaß am Zielen, Werfen, Schießen und Treffen“, so Reichel.
Neben den Leisniger Bogenschützen ist der Dart-Verein eingebunden, der seit einiger Zeit in seinem Domizil am Leisniger Markt trainiert. Zudem gehört die Privilegierte Bürgerschützengesellschaft zu den mitorganisierenden Vereinen.
„Leisnig ist auf seine Art genauso Stiefelstadt und kann sich als solche auch sehen lassen, nicht nur, weil der Leisniger Riesenstiefel der weltweit größte ist. So ein Stiefelmuseum wie unseres gibt es zum Beispiel auch nicht so schnell noch mal“, sagt Reichel selbstbewusst. Mit dem aus Anlass des Jubiläums aus der Taufe gehobenen Fest soll eine Altstadtfest-Tradition wieder aufleben. Bis vor einigen Jahren hatte es an der Burg Mildenstein im Rahmen des Festes jährlich Schießwettbewerbe gegeben. Reichel: „Das musste aus verschiedenen Gründen aufgegeben werden. Wir sehen jetzt die Chance, zum Teil daran anzuknüpfen und damit die Arbeit der Leisniger Schützen zu unterstützen.“Früher wurde jeweils ein Schützenkönig ermittelt, wobei die Siegerehrungen als fester Programmpunkt in das Altstadtfest integriert war. So soll es auch mit der ersten Stiefelolympiade laufen. Wobei die besten Teilnehmer der jeweiligen Disziplinen zum einen mit einer Urkunde und zum Fest dann auch mit einer besonderen, eigens für diesen Tag in Auftrag gegebenen Medaille geehrt werden.
Austragungsort der Stiefelolympiade wird am 13. Juni von 13 bis 18 Uhr der Sportplatz an der Linde in Leisnig sein. „Der ist groß genug, so dass alle beteiligten Vereine ihre Anlagen beziehungsweise Schießstände aufbauen können.“ Die Schützen sind mit ihrer Laserschießanlage an den Wettbewerben beteiligt.
Für 13 Uhr ist der Beginn der Wettkämpfe geplant. Das wird dann weithin zu hören sein, denn das erledigen die Schützen mit einem zünftigen Salutsignal. Danach können die Teilnehmer die Stationen der einzelnen Vereine ansteuern. In den meisten Disziplinen gibt es Wertungen für Männer, Frauen und Kinder, außer beim Dart. Dort werden die Leistungen von Männern und Frauen gemeinsam bewertet.
Und noch etwas darf bei der Stiefelolympiade nicht fehlen, nämlich der Protagonist, um dessen Existenz sich die gesamte Veranstaltung rankt, der Leisniger Riesenstiefel. Mit im Boot ist deshalb die Stiefelwacht als Arbeitsgruppe des Geschichts- und Heimatvereins.
„Den Riesenstiefel aus Anlass seines 30-jährigen Bestehens dort aufzufahren, wäre natürlich der Hit. Doch das ist in hohem Maße vom Wetter abhängig. Das entscheiden die Leute von der Stiefelwacht“, so Reichel. Mittlerweile können Stiefelwacht beziehungsweise Heimatverein auf würdige Vertreter des größten Stiefels der Welt zurückgreifen.und Steffi Robak