„Hier können sich junge Graffiti-Künstler künftig legal betätigen“, sind sich Dr. Wolfgang Vogel vom Waldheimer Verschönerungsverein und Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst einig. Doch einfach loslegen und sprühen - so einfach ist es dann doch nicht: „Wir wollen die Fläche weder mit Parolen aus den politischen Lagern beschmiert oder wild besprüht sehen. Wir wünschen uns, dass die Straßenkunst am Busbahnhof einen positiven Eindruck einer jungen Stadt vermittelt“, so der Bürgermeister.
Deshalb sind junge Künstler aufgefordert, sich mit einer Skizze ihres geplanten Werkes ganz unbürokratisch im Bürgermeisterbüro im Waldheimer Rathaus zu melden. Auch um den Flächenbedarf und die Art der Kunstwerke zu koordinieren.
Die Oberschüler der 8c hatten am Dienstag gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer Michael Bäuml und Vertretern des Verschönerungsvereins an mehreren Stellen an einem schönen Stadtbild mitgewirkt. So wurden an der Zschopau und am Kreuzfelsen Bänke gestrichen. Am Pfaffenberg wurden die im letzten Jahr gepflanzten Bäumchen fachkundig mit Pfählen gesichert. Der Verschönerungsverein bedankte sich mit einem Picknick am Busbahnhof samt Spirelli und Jägerschnitzel. Dazu kam auch Polizeihauptkommissar Stephan Büchel vorbei. Der Bürgerpolizist hatte ein paar Informationen zu illegalen Graffitis, Sachbeschädigungen und den dafür drohenden Strafen dabei. „Lasst die Finger davon. Das wird immer teuer und ärgerlich, wenn wir Leute damit dran kriegen“, warnt er. 15 bis 200 Euro pro Quadratmeter kostet die Reinigung von beschmierten Flächen. Wer erwischt wird, bezahlt das. Der Schadenersatzanspruch gelte 30 Jahre lang und werde zur Schuldenlast, wenn man ins Leben starten will. Meist komme in dem Zug die Polizei zu einer Hausdurchsuchung und kassiert das Handy zur Beweissicherung ein. Zudem mache sich ein Eintrag im Führungszeugnis bei künftigen Bewerbungen gar nicht gut. Der Polizeihauptkommissar machte den Jugendlichen aber auch Mut, sich positiv in der Stadt einzubringen, fremdes Eigentum zu achten und gemeinschaftliche Werte zu pflegen, so wie beim Arbeitseinsatz mit dem Verschönerungsverein.
und Thomas Sparrer