Das Jawort auf der Burg Kriebstein geben
Burg und Talsperre Kriebstein sind lohnende Ausflugsziele. Was sie mit dem Saisonstart zu bieten habenund wie jüngere Zielgruppen angesprochen werden.

Kriebstein. Zwischen dicken Mauern, knarrenden Holzbalken und digitalen Erlebniswelten startet die Burg Kriebstein in eine neue Saison. Der Veranstaltungskalender ist gut gefüllt, die Besucherzahlen stabil, berichtet Museumschefin Susanne Tiesler. Rund 45.000 bis 50.000 Gäste kommen jährlich – trotz gestiegener Kosten und veränderter Freizeitgewohnheiten.

Neu sind die Selbstbedienungsautomaten in der Burgschänke. Kaffee, Tee, Snacks und Eis – unter anderem mit besonderen Sorten von Ziegen- bis Schafmilch – gehören zum Angebot. Im Marketing geht die Burg ebenfalls neue Wege: Mit eigenen Instagram-Auftritten sollen gezielt jüngere Zielgruppen angesprochen werden. Der Fokus liegt besonders auf Gästen aus Sachsen und den angrenzenden Bundesländern. Bauliche Investitionen betreffen den Wohnturm. Dort werden tragende Balken saniert und teilweise ersetzt. Führungen auf den Dachboden müssen deshalb zum Tag des offenen Denkmals ausfallen.

Ein erster Höhepunkt ist das Mittelalterspektakel zu Himmelfahrt vom 14. bis 17. Mai. Im Mittelpunkt steht der erlebnisorientierte Ansatz für Familien. Im Sommer folgt am 11. und 12. Juli die „Burg der Märchen“ gemeinsam mit dem Mittelsächsischen Kultursommer, und im Oktober wird es einen Familientag geben. Große Resonanz finden zudem Formate wie „Yoga meets Piano“ im Festsaal – bereits ausgebucht – sowie die beliebten Ritteressen bis November. Neben klassischen Führungen setzt die Burg verstärkt auf interaktive Angebote. Ein Escape-Game führt Besucher per Tablet auf Spurensuche durch die Anlage. Gruppen wie die Goggle Gilde sorgen mit Rollenspielen für zusätzliche Belebung.

Auch als Veranstaltungsort ist die Burg nach wie vor gefragt: Hochzeiten, Feiern und Tagungen finden statt. In Zusammenarbeit mit dem Standesamt Hainichen sind Trauungen möglich, erklärt Tiesler. Offene Kamine und echtes Kerzenlicht – eine Seltenheit heutzutage – schaffen dabei die passende Atmosphäre in den Räumen.

Ein ganz besonderes Jubiläum gibt es in diesem Zusammenhang am 6. Juni: An diesem Tag nimmt das Standesamt Hainichen die 1000 Trauung auf der Burg Kriebstein vor. „Seit dem Jahr 2000 gehört die Burg zum Standesamtsbezirk Hainichen. Rekordjahr war 2007 – damals trauten unsere Standesbeamtinnen insgesamt 70 Ehepaare in den historischen Gemäuern“, informiert Dieter Greysinger, Oberbürgermeister von Hainichen. Das Brautpaar am 6. Juni wird übrigens aus Döbeln sein.

Geöffnet ist die Burg von Dienstag bis Sonntag, werktags von 10 bis 17 Uhr, an Wochenenden bis 18 Uhr. Aktuell zeigt zudem eine Sonderausstellung Werke des Malers Uwe Gerschler mit Motiven aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Eine kleine Galerie ergänzt das Angebot.

Dass die Burg Kriebstein und die benachbarte Talsperre sich gegenseitig beleben, wird an vielen Stellen sichtbar. Der Winter hat zwar Spuren hinterlassen. Frostschäden an den Schiffen mussten behoben werden. Besonders die Fähre in Höfgen bereitete Probleme. Der Antrieb fiel aus und Ersatzteile, insbesondere für die Fähre, sind schwer zu beschaffen, erklärt Geschäftsführer André Singer. Der Motor konnte aber inzwischen instandgesetzt werden. Die Schifffahrt und der Fährverkehr laufen - am ersten Mai-Wochenende, zu Himmerfahrt und über Pfingsten natürlich auf Hochtouren.

Zentrales Projekt bleibt das neue Mehrzweckgebäude oberhalb der Seebühne. Wegen des strengen Winters verzögerte sich der Bau etwas, die Eröffnung ist für Juni geplant. Begleitet werden soll diese von einem Fest. Aktuell werden die Außenanlagen gestaltet, Wege gepflastert, Zäune gebaut sowie eine Stahltreppe montiert. Innen laufen Arbeiten an Böden, Sanitär und Ausstattung.

Geplant ist außerdem ein neuer Spielplatz neben dem Kassengebäude. Das Konzept greift das Thema Burg auf – mit einer sogenannten „Hafenrutsche“, über die Kinder symbolisch in den Hafen rutschen können, kündigt der Geschäftsführer an. Über den Zuschlag für eine der regionalen Firmen wird dieser Tage entschieden.

Der seit vergangenem Jahr bestehende Kajakomat am Wasser, ein neues, automatisiertes Bootsverleihsystem, wurde ebenfalls gut angenommen, erzählt Singer. Für den weiteren Betrieb stehe jedoch noch die Verlängerung der Genehmigung aus.

und elke walter-koch
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