„Viele Zusammenhänge aus dem Wald können auf das Alltagsleben der Kinder und Jugendlichen übertragen werden, deshalb ist der Wald auch ein guter Lernort fürs Leben“, sagt Bernd Schindler, Waldpädagoge vom Kreisverband Hameln-Pyrmont der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Auch die Waldschutzorganisation PEFC betont das Entdeckungspotenzial, das der Wald durch seine Vielfalt bietet. Dies zu erhalten, ist das Ziel der von ihr festgelegten Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung, die viele Forstleute und Waldbesitzer beachten. Ein guter Einstieg beginnt mit genauem Hinsehen und Hinhören. So lassen sich etwa Biotopbäume entdecken, die als Lebensraum für Vögel, Insekten oder Fledermäuse eine wichtige Rolle spielen. Pflanzen, Pilze und Flechten finden dort geeignete Bedingungen. Aufschlussreich ist auch die Baumartenvielfalt: Wo Laub- und Nadelbäume gemischt wachsen, entstehen vielfältige Lebensräume. Dies fördert die Biodiversität und erhöht die Stabilität des Waldes gegenüber Klimaveränderungen und dadurch entstehender Schäden. Vogelstimmen lassen sich mit Apps oder Bestimmungsbüchern erkennen. Auch das Fotografieren und Teilen von Bildern in den sozialen Medien gehört für Jugendliche dazu. Solche „Insta-Walks“ können den Blick für den Wald und seine Nutzung schärfen.
Der Wald ist nicht nur Lebensraum, sondern auch Lieferant eines wichtigen Rohstoffs. Hier lässt sich gut erklären, wie Holz genutzt und verarbeitet wird – und wie daraus Alltagsprodukte wie Schreibblöcke oder Toilettenpapier entstehen. Wer den Wald als Lern-, Natur- und Erlebnisraum schätzt, versteht den Sinn der Regeln, die seinem Schutz dienen. Radfahren ist nur auf geeigneten oder markierten Wegen erlaubt. „Trails“ sollten Aktive nicht nur wegen der Waldtiere und der Vegetation, sondern auch wegen der Rücksichtnahme auf andere Erholungssuchende nie verlassen. Wer aufmerksam durch den Wald geht, findet schmackhafte Leckereien, die für den eigenen Gebrauch gesammelt werden können: zum Beispiel Löwenzahn, Giersch oder Walderdbeeren und Brombeeren (mehr Infos unter www.pefc.de). und djd