Ausgezeichnet wurden die Frauen in der Kategorie „Traditionell gebundene Erntekrone“, die es in sich hat: Das Getreide muss frisch aus der Region stammen, darf nicht aus dem Bastelladen kommen. Gebunden wird mit Draht, nicht geklebt, und auch der Schmuck muss aus Naturmaterial bestehen.
Vier Getreidesorten verarbeiteten die Beerendorferinnen in diesem Jahr: Weizen, Roggen und Gerste stellte die Beerendorfer Agrargenossenschaft zur Verfügung, den Hafer lieferte Landwirt Dietmar Mieth aus Zschepen, und der Durum (Hartweizen) wuchs auf den Feldern der Loberaue Agrar GmbH Zschortau. Das Gestell fertigte der Beerendorfer Dachdecker Oskar Fritz, ein Holzkreuz als Schmuckelement steuerte Erhard Lerche bei.
Was die Krone laut Jury besonders macht, ist die exakte Bindetechnik und die klassische Anordnung: Die zuerst und die zuletzt geerntete Sorte müssen an gegenüberliegenden Kronenarmen sitzen. Weil die Ähren genau zum richtigen Zeitpunkt geschnitten wurden, kommen Farbe und Struktur des Getreides ganz natürlich zur Geltung – zusätzlicher Schmuck war kaum nötig.
Nach der Prämierung zog die Krone feierlich in den Wurzener Dom ein und war dort beim Festgottesdienst am Sonntag zu sehen. Bis Ende Oktober bleibt sie nun in der Sächsischen Staatskanzlei in Dresden ausgestellt, bevor sie zurück nach Beerendorf in die dortige Kirche kommt.
Rund drei Monate lang haben die Frauen an jeweils zwei Tagen pro Woche an ihrem Werk gearbeitet – und der Aufwand hat sich gelohnt. Herzlichen Glückwunsch gilt vor allem den Binderinnen Hannelore Krausch und Victoria Gemüngt sowie den Zureicherinnen Susann Schmeil, Brigitte Pönicke, Jutta Hesselbarth und Kathleen Fritzsche, aber auch allen weiteren fleißigen Helferinnen aus Beerendorf. und M. Schinkel-Kleinke