Der Fliegerclub Oschatz ist dieses Jahr erstmals Organisator der GPS Triangle SportClass Weltmeisterschaft im Modellfliegen. Oschatz ist Schauplatz der besonderen Weltmeisterschaft im Modellflug, bei der die Piloten am Boden bleiben – und nur mit Fernbedienung und Tablet ausgestattet ihrer technisch optimierten Segelflugmodelle durch den Himmel lenken. Zu sehen gibt es Modell-Segler der sogenannten „Sportclass“ mit bis zu sechs Metern Spannweite, für die es weltweit nicht viele Piloten in dieser Riege gibt.
An fünf Wettkampftagen absolviert jeder Pilot zwei Durchgänge, wobei jeder Flug mit Punkten bewertet wird – je nach Schnelligkeit und Präzision beim Abfliegen des Triangle, also des virtuellen Dreiecks in 100 bis 750 Meter Höhe. „Die Modelle starten selbstständig per Elektromotor auf maximal 400 Meter. Von da an hält nur noch die Thermik die Segler auf Höhe“, erklärt Marsch das System.
Innerhalb von 30 Minuten müssen auf einer Gesamtstrecke von 1700 Metern so viele Dreiecks-Runden wie möglich absolviert werden. Es starten jeweils 10 Piloten gleichzeitig, insgesamt also vier Gruppen à zehn Flieger. Ein perfekter Lauf bringt 1000 Punkte, 500 fürs Fliegen, 500 für die exakte Landung.
Alles wird zu jederzeit mit Kameras überwacht, und natürlich dem GPS-System, welches die Genauigkeit der Flüge misst. Nach der Landung muss das jeweilige Fluggerät dann sofort wieder startfähig sein.
Das Ganze ist mehr als bloßer Nervenkitzel, betont Marsch. Geflogen wird per GPS-Signal, also mit High-Tech: Die Flugbahn wird per Computerprogramm auf einem Tablet vor den Piloten sichtbar, das auf einem hohen Dreiecksständer aufgebaut steht. Damit es nicht zu Zusammenstößen kommt, wenn zehn Flieger versuchen, die gleiche gedachte Linie in der Luft nachzufliegen, rufen sich die Piloten lautstark ihren jeweiligen Höhen zu, und wohin der nahe kommende Pilot ab- oder aufsteigen soll.
„Wir sind eine internationale, aber sehr kleine Szene, viele kennen sich und sind gut befreundet, aber sobald es ans Fliegen geht, gibt es da oben keine Freunde mehr“, so Marsch. Der Wettkampf kann beginnen.
Neben dem reinen WM-Wettkampfgeschehen bietet die Woche auf dem Flugfeld in Oschatz ein dichtes Rahmenprogramm für alle Ausflügler und Fluginteressierten. Vormittags und nachmittags finden die eigentlichen Wettkampfflüge statt. In den Mittagspausen läuft das Trainingsprogramm für den großen Modellflugfamiliensonntag am 9. August. An diesem Finaltag reist zusätzlich zu den Wettkampfteilnehmern die absolute Elite des Modellflugsports an, um spektakuläre High-Speed-Jets, imposante Motorflugzeuge und extrem seltene Fluggeräte zu präsentieren. Zudem gibt es viele Stände lokaler Anbieter, jede Menge kulinarischer Köstlichkeiten und ganz viel Berührungsmöglichkeiten mit den Aktiven.
und Jochen Reitstätter