„Immer mehr Pendler nutzen die Bahn für ihren täglichen Arbeitsweg. Für viele von ihnen bietet es sich an, mit dem Rad zum Bahnhof zu fahren. Aber Pendler tun dies nur, wenn sie ihr Rad mit einem guten Gefühl am Bahnhof parken können. Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass die Bahnhöfe in Delitzsch und Beilrode ihren Fahrgästen hervorragende und diebstahlsichere Abstellanlagen in Form von Fahrradboxen anbieten. Die Bahnhöfe in Oschatz und Torgau haben sogar ein Fahrradparkhaus“, erklärt Janek Mücksch, Vorsitzender des ADFC Sachsen.
Doch die Abstellanlagen an diesen vier Bahnhöfen unterscheiden sich von den anderen Bahnhöfen im Landkreis Nordsachsen: In der ADFC-Studie sind 36 Prozent der Bahnhöfe im Landkreis Nordsachsen durchgefallen, weil sie über keine oder nur äußerst mangelhafte Abstellanlagen verfügen. Sachsenweit sind es sogar 52 Prozent. Der Bahnhof Eilenburg Ost mit einem großen Pendleraufkommen verfügt nur über einfache Vorderradhalter, an denen man den Rahmen nicht diebstahlsicher anschließen kann. An anderen Bahnhöfen im Landkreis wie in Hohenroda oder Kämmereiforst können Pendler ihr Rad nirgendwo anschließen.
„Im Durchschnitt ist die Situation in Nordsachsen besser als in den meisten anderen sächsischen Landkreisen. Dennoch gibt es noch viel Luft nach Oben. Fahrradabstellanlagen kosten wenig Geld, sind sehr platzsparend und erhöhen den Einzugsradius von Bahnhöfen enorm. Außerdem verhindern adäquate Abstellmöglichkeiten, dass Fahrräder wild an Geländern, Laternen oder Bäumen angeschlossen werden. Die Fördermittel für Fahrradabstellanlagen liegen bereit. Die Kommunen, die in der Bike&Ride-Studie des ADFC durchgefallen sind, sollten diese nun schnellstmöglich beantragen“, ergänzt Mücksch. Ein groß angelegtes Programm des Bundesumweltministeriums und der Deutschen Bahn nutzen deutschlandweit schon rund 1000 Kommunen.
In vielen anderen sächsischen Städten ist die Situation noch problematischer als im Landkreis Nordsachsen. 34 Prozent der Haltepunkte in Sachsen verfügen über gar keine Abstellanlagen und bei weiteren 18 Prozent sind sie äußerst mangelhaft.
Aber es gibt auch Lichtblicke: Etwa 22 Prozent der sächsischen Bahnhöfe erreichten Schulnote 1 oder 2. Auch hat sich die Anzahl der diebstahlsicheren Stellplätze in Sachsen seit 2019 von 9191 auf 11 014 erhöht. In dieser Zeit stieg allerdings auch das Fahrgastaufkommen im sächsischen Regionalverkehr um 29 Prozent.
Erhebliche Unterschiede gibt es zwischen den Landkreisen. Während im Landkreis Nordsachsen die Durchschnittsnote bei 3,3 liegt, wurden die Abstellanlagen in den Landkreisen Sächsische Schweiz Osterzgebirge (4,8), Zwickau (4,8) oder dem Vogtlandkreis (4,8) durchschnittlich noch schlechter bewertet. Die Landkreise Bautzen (3,4), und der Landkreis Leipzig (3,3) wurden im Mittel ähnlich gut bewertet wie der Landkreis Nordsachsen.
Die Studio ist online unter https://sachsen.adfc.de/artikel/studie-bike-ride-in-sachsen-2025 einsehbar.Die Bike+Ride-Studie des ADFC Sachsen bewertete zum zweiten Mal seit 2019 sowohl die Qualität als auch die Quantität von Abstellanlagen an allen 511 sächsischen Bahnhöfen in Sachsen. Um eine gute Note zu erreichen, müssen die Fahrradparker-Anlagen so gestaltet sein, dass man den Fahrradrahmen sowie Vorder- oder Hinterrad gut anschließen kann. Einfache Vorderradhalter reichen dafür nicht aus, denn sie sind nicht diebstahlsicher und können die Felge schädigen. Der ADFC empfiehlt, dass auf jeden siebenten Fahrgast eine diebstahlsichere und überdachte Abstellanlage kommen sollte. Idealerweise sollte zudem bei größeren Bahnhöfen jeder 200. Fahrgast das Fahrrad in einer Fahrradbox, einem Parkhaus oder einer Sammelschließanlage unterbringen können. In Sachsen wurden 17 Bahnhöfe mit der Bestnote ausgezeichnet, vier davon im Landkreis Nordsachsen.