„Darauf ist unsere Stadt stolz und das wollen wir hier zeigen“, sagt Uwe Herrmann. Der Architekt, der in Rötha lebt, hat den neuen Markt entworfen. Seine Idee war auch, historische Ansichten als Panoramabilder an der Pergola anzubringen. Zu sehen sind etwa die Obstweinschenke von 1898 oder der Röthaer Gasthof „Stadt Leipzig“ von 1911. Die Kleinstadt ist reich an Kultur und Geschichte – im nächsten Jahr feiert sie 900. Geburtstag. Die Umgestaltung des Marktes hat einige Jahre gedauert, schon im Jahr 2021 entstand die Idee. Häufig sorgt das Thema für kritische Diskussionen, was Parkplätze betrifft, die bei solchen Veränderungen oft minimiert werden.
Nicht so in Rötha. Schon immer durfte man dort nur rund um den Marktplatz Autos abstellen. „Mit der Neugestaltung sind angrenzend sogar fünf zusätzliche Parkflächen entstanden“, sagte Bürgermeister Pascal Nemeth.
Neben Elektroladesäulen gibt es zudem eine digitale Infostele. „Das ist ein moderner Schaukasten, der gut genutzt wird“, meinte der Stadtchef. Hier werden zum Beispiel Videos vom Karnevalsverein gezeigt oder auch Ankündigungen für die Stadtratssitzung.
Zudem steht auf dem Markt seit Kurzem Kunst. Bei einem Bildhauer-Pleinair entstanden vier Skulpturen aus Sandstein, die einen Bezug zu Rötha haben. Der Siegerentwurf ziert nun das Zentrum der Kleinstadt. Er zeigt die Prospektpfeifen der beiden berühmten Orgeln, mit denen Rötha über Deutschland hinaus bekannt ist. Auch der Namenszug des Baumeisters Gottfried Silbermann (1683 –1753) schmückt die Plastik.
Leisten konnte sich all dies die Stadt nur dank Förderung. Es flossen Gelder aus dem sächsischen Konjunkturprogramm „Nachhaltig aus der Krise“ nach der Corona-Pandemie, auch die europäische Leader-Förderung unterstützte die Gestaltung. Zudem spendeten einige Röthaer großzügig privat.
Eigentlich sollte auf der bunten Pergola der Vereine noch eine Photovoltaik-Anlage installiert werden – so sah es der Fördermittelgeber vor. Doch das war in diesem Fall nicht möglich.
So kam die Anlage auf das Dach der Kita Regenbogenland, berichtete der Bürgermeister. Das Geld, das dort an Energiekosten eingespart wird, fließt in einen Grün-Fonds. Davon werden in Rötha und den Ortsteilen zum Beispiel neue Bäume gepflanzt.
und Claudia Carell