„Der Bau neuer Kraftwerke ist das notwendige technologische Back-up, um die Kombination aus Erneuerbaren Energien mit Batteriespeichern im Gigawatt-Maßstab in dem von uns geplanten Zukunftskonzept GigawattFactory intelligent zu ergänzen“, so der Vorstandsvorsitzende der Leag.
Deshalb gehe das Unternehmen mit mehreren Vorhaben in der Lausitz, Mittel- und Süddeutschland um die Ausschreibung neuer Gaskraftwerke ins Rennen. Für jeden der bisherigen Kraftwerksstandorte in Sachsen und Brandenburg werde nach Anschlusslösungen gesucht, erklärte Roesch. Das betrifft neben Lippendorf die Standorte Jänschwalde, Boxberg und Schwarze Pumpe. Zudem will die Leag im bayerischen Leipheim eine Anlage realisieren.
Lippendorf bringt alle Vorteile eines vollständig erschlossenen Energie- und Industriestandortes mit. Auch das künftige Baugelände steht fest: das Areal südlich des jetzigen Braunkohlekraftwerkes, für das ein vorhandener Bebauungsplan aktuell angepasst wird. Das Braunkohlekraftwerk im Leipziger Südraum geht spätestens mit dem gesetzlich fixierten Kohleausstieg am 31. Dezember 2035 vom Netz. Seit Jahren wird um eine Fortsetzung der Energiegewinnung unter neuen Vorzeichen gerungen.
Die neuen Kraftwerke sollen staatliche Förderung erhalten, da sie als Back-up in Zeiten einer Dunkelflaute vorgesehen sind. Basis ist das sogenannte Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG), um das lange gerungen wurde.
Laut Jens Littmann, Betriebsratsvorsitzender im Kraftwerk Lippendorf, lief die erste Gebotsrunde bis zum 8. September um 23.59 Uhr. „Die LEAG hat sich mit mehreren Projekten an den Ausschreibungen beteiligt, so auch mit einer Gas- und Dampfturbinenanlage am Standort Lippendorf. Damit ist die Grundlage für eine mögliche Anschlusslösung am bestehenden Industriestandort gelegt.“ Jetzt heißt es für Littmann und die Leag-Beschäftigten abwarten. und Simone Prenzel