Sanierung der alten Wasserkugel Deutzen verzögert sich
Das Industriedenkmal am Rand eines einstigen Braunkohletagebaus rostet vor sich hin und soll vor dem Einsturz bewahrt werden.

Neukieritzsch/Deutzen. Südlich von Leipzig harrt neben einem teilweise verfüllten Braunkohletagebau ein 100 Jahre altes Industriedenkmal seit vielen Jahren seiner Sanierung. Die Wasserkugel Deutzen ist das letzte verbliebene Bauwerk einer Brikettfabrik. Jetzt ist klar: Die schon geplante Sanierung verzögert sich um mehrere Jahre und wird viel teurer.

Eigentümer des Grundstücks mit dem Hochbehälter ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV). Das Unternehmen saniert die Hinterlassenschaften des DDR-Bergbaus und der Braunkohleindustrie. Der knapp 60 Meter hoch aufragende Stahlgittermast mit dem 200-Kubikmeter-Behälter ist ein Teil davon. Nach dem Abriss der 80 Jahre lang betriebenen Brikettfabrik in den 1990er Jahren wollte die LMBV am liebsten auch die Wasserkugel loswerden. Die steht aber auf der sächsischen Denkmalliste. Nach einem mehrjährigen Rechtsstreit vor Verwaltungsgerichten stand vor zehn Jahren fest: Die LMBV muss das Bauwerk erhalten.

Die LMBV hatte Pläne bekannt gegeben, wie das Gerüst und der Behälter mit einem großen Kran abgebaut, saniert und wieder aufgestellt werden sollten. Damals hieß es, die Sanierung könnte 2024 oder 2025 beginnen. Das Geld, knapp 900.000 Euro, habe bereitgestanden.

Doch daraus wurde und wird vorläufig nichts. Jetzt geht die LMBV von einem Sanierungsbeginn nicht vor Ende 2028 aus. Der wichtigste Grund für den zeitlichen Aufschub: Es ist festgestellt worden, dass die alte Beschichtung auf dem Stahlgittermast Blei enthält. „Um eine Kontamination mit der Umwelt zu vermeiden, muss der belastete Lack unter besonderen Schutzmaßnahmen entfernt werden“, erklärt Uwe Steinhuber, Sprecher der LMBV.

Die Wasserkugel Deutzen wurde 1925 zuerst für eine Brikettfabrik bei Gräfenhainichen (bei Dessau-Wolfen) errichtet. 1938 wurde sie nach Deutzen versetzt und hier noch um elf Meter bis zur heutigen Höhe von 58,50 Metern aufgestockt. In seiner schmucklosen Bauart ist es der letzte erhaltene Industriewasserturm in Sachsen.
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