Warten auf den Radweg zum Krankenhaus
Bornas Oberbürgermeister: Es gibt noch immer keinen Förderbescheid

Borna. Ein Radweg, der vom Stadtzentrum Borna via Krankenhaus, Wohngebiet Grüne Harfe und das Dörfchen Haubitz bis zum Hainer See führt, ist seit Jahren gewollt. Die Ausführungspläne dafür hat das Rathaus seit Frühjahr 2025 in der Schublade. Ende Februar 2026, unmittelbar vor Beginn der neuen Vegetationsperiode, wurde in einer Hauruck-Aktion die Trasse von Büschen und Bäumen freigeschnitten. Der Baubeginn aber lässt weiter auf sich warten.

Dass sich außer wiederholten Ankündigungen bisher nichts tut, sorgt für Unmut unter den Bornaern. Immerhin knapp 40 Prozent von ihnen steigen gern aufs Rad. Das besagt das Verkehrskonzept, das auch den drei Kilometer langen Weg durch den Norden der Stadt präferiert.

„Der Radweg hat neben der touristischen Erschließung unserer Region einen Effekt besonders für die Einwohnerinnen und Einwohner von Haubitz“, bedauert etwa Dr. Eberhard Ulm die neuerliche Verzögerung. Sie bekämen eine direkte, sichere Anbindung an Borna. Davon profitierten vor allem auch die Schulkinder. Zwar gebe es bereits einen Weg, doch der weise viele Schlaglöcher auf. Am Südrand des Hainer Sees soll – wie am Bockwitzer See auch – ein Badestrand für Borna entstehen. Der wäre über diesen Radweg dann bestens angebunden.

„Wir wollen loslegen, haben alles vorbereitet. Was fehlt, sind die Fördermittel“, sagt Oberbürgermeister Oliver Urban (SPD). Zugesagt seien sie, doch der Bescheid stehe immer noch aus. „Sobald wir den haben, schreiben wir aus. Und dann könnte zumindest im Herbst noch Baustart sein – hoffentlich.“ Urban beziffert die Gesamtinvestition auf 5,5 Millionen Euro, den Eigenanteil der Stadt auf rund zehn Prozent. Es geht nicht nur um den Radweg selbst. Inklusive sind die Brücke über die Eula in Haubitz, vor allem aber Ersatzbauten für die inzwischen für größere Lkw gesperrten, weil maroden Überführungen Pawlowstraße und Röthaer Straße.

Ein kleiner Teil des Radweges existiert bereits. Er führt auf der Trasse, auf der vor Jahrzehnten die Kohlezüge zur Brikettfabrik Witznitz rollten, von der Witznitzer Straße vorbei am Rudolf-Harbig-Stadion bis zur Röthaer Straße. Dort ist aktuell Schluss. Künftig soll der Weg in dem tiefen Einschnitt, der in einem Bogen um das Sana-Klinikum herumreicht, weitergeführt werden. Gebaut werden soll in zwei Abschnitten. Der besondere Charme für die Kommune: Sie hat die Chance, zwei für den Verkehr äußerst wichtige Brücken kostengünstig zu ersetzen. An ihre Stelle rücken Durchlässe, die in den Geländeeinschnitt eingepasst werden.

Während des Bauens werden die beiden Brücken nacheinander abgebrochen. Eine aber soll immer nutzbar sein. Das ist wichtig für alle, die in Borna-Nord zu Hause sind oder die das Krankenhaus erreichen müssen. Eine Herausforderung bedeutet die Bauphase für die Klinik dennoch. Um die Rettungszeiten einhalten zu können, wird ein provisorischer Damm geschüttet. Der ist ausschließlich Blaulicht-Fahrzeugen vorbehalten.

und Ekkehard Schulreich
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