Damit kommt der Landkreis Leipzig als zuständiger Straßenbaulastträger Forderungen von Anwohnern nach. Auch der Böhlener Jan Schulzig, der den Weg regelmäßig nutzt, hatte im vorigen Jahr eine Petition für mehr Sicherheit an der gefährlichen Zufahrt gestartet.
Das Problem: Im Zuge des Baus der A72 wurde eine neue Brücke über die Autobahn samt Zufahrt zur Straße Am Westufer errichtet. Hunderte Lkw müssen hier täglich auch Radfahrern die Vorfahrt gewähren, die in beiden Richtungen entlang der Hauptstraße unterwegs sind.
Der Landkreis hat inzwischen reagiert und weitere Markierungen auf der Fahrbahn aufgetragen. In großen Lettern werden ankommende Fahrzeuge aus Richtung Cröbern auf den querenden Radweg hingewiesen und zum Anhalten gemahnt. Ein Stoppschild stand bereits vorher an der Stelle.
Für Jan Schulzig kann das nur ein Zwischenschritt zu einer endgültigen Lösung sein. „Aus eigenen Beobachtungen weiß ich, dass Lkw immer wieder das Stoppschild und die Straßenmarkierungen ignorieren und ohne anzuhalten auf die Hauptstraße ziehen.“ Problematisch sei auch die schlechte Einsehbarkeit.
Schulzig hat mit Speditionen gesprochen, die Am Westufer ansässig sind. Für seine Bedenken fand er dort ein offenes Ohr. Hinweise seien in die Sicherheitsunterweisungen der Mitarbeiter eingeflossen. „Die Verantwortlichen haben mir erklärt, dass die Sichtachsen nach wie vor zu wünschen übrig lassen. Insbesondere von rechts kommende Radfahrer werden schwer gesehen.“
Für ihn, so der Böhlener, wirke die Kreuzung nach wie vor wie eine Einladung für Unfälle. „Ich wünsche mir weiterhin eine deutlich sichtbare rote Farbmarkierung des Radweges, die sofort ins Auge fällt.“
Auch die Stadt Böhlen mahnte nach einem schweren Unfall im vorigen August mehr Sicherheit an. Mit der Forderung nach einer Ampel habe man sich allerdings schon bei der Planung des Radweges nicht durchsetzen können, bedauerte Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos).
In sozialen Medien wird immer wieder die generelle Verkehrsführung kritisiert. Dass der Radweg auf die Ostseite der Straße Böhlen-Großdeuben verlegt wurde, sei „an Dämlichkeit nicht zu überbieten“, schreibt ein regelmäßiger Nutzer. Dreimal müssten Radfahrer hier die Zufahrten zur A72 beziehungsweise in das Industriegebiet Böhlen-Lippendorf queren.Langfristiges Ziel bleibt deshalb auch für den Initiator der Petition die Verlegung des Radweges auf die westliche Seite der Kreisstraße. und S. Prenzel