Schulschließungen sollen auchweiterhin kein Thema sein
Der Kreistag beschließt die Schulnetzplanung bis zum Schuljahr 2034/35.Ein jährliches Monitoring soll die Entwicklung im Blick behalten.

Landkreis Leipzig. Im Landkreis Leipzig soll in den nächsten Jahren keine Schule geschlossen werden – trotz insgesamt rückläufiger Schülerzahlen. Das geht aus dem Schulnetzplan hervor, den der Kreistag unlängst in Borna beschlossen hat.

Das Dokument schafft die Grundlage für das Netz der allgemeinbildenden Schulen in den 30 Landkreis-Kommunen. Die Entwicklung der Schülerzahlen verläuft dabei regional unterschiedlich: anhaltende Zuzüge und damit Engpässe einerseits, rückläufige Kinderzahlen andererseits.

Laut Landrat Henry Graichen (CDU) werde der Geburtenknick als Erstes die Grundschulen erreichen. Hier gelten die Standorte Kohren-Sahlis, Frankenhain, Großbothen, Mutzschen und Kühren aus Sicht der Kreisverwaltung als Sorgenkinder. Um auch deren Bestand mittel- und langfristig zu sichern, seien Maßnahmen nötig. „Das Sächsische Schulgesetz lässt eine geringere Mindestschülerzahl für Schulen im ländlichen Raum zu, ebenso wäre jahrgangsübergreifender Unterricht möglich“, so der Kreischef. Auch gemeinsame Schulbezirke zur Steuerung von Schülerströmen gelten als Mittel der Wahl.

Der Landkreis ist dabei für die überregionale Planung zuständig. Die Entscheidung über die Standorte selbst liege bei den Trägern, bei öffentlichen Schulen also den Kommunen. Die Lehrkräfte wiederum bezahlt das Land.

In der Diskussion wies Ute Kniesche, Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), darauf hin, dass die Stadt Grimma schon im Jahr 2014 einen gemeinsamen Schulbezirk für die Grundschulen Mutzschen und Nerchau gebildet habe. Damit sollte schon damals eine bessere Verteilung der Erstklässler erreicht werden, um die einzügige Grundschule in Mutzschen zu erhalten.

„Grimma als Schulträger bemüht sich seit vielen Jahren um eine Campus-Lösung, die Kita und Grundschule vereint. Aber noch immer“, kritisierte Kniesche, „ist keine Förderung in Sicht.“ Der Freistaat sei hier gefragt.

Im Namen der CDU-Fraktion bezeichnete Holger Schulz, Bürgermeister der Stadt Zwenkau, den vorliegenden Plan als wichtige Richtschnur. „Damit gibt es ein abgestimmtes Fundament für die Entwicklung der Schullandschaft im Landkreis.“ Wichtig seien die Gleichbehandlung aller Träger und der Erhalt von Schulstandorten. „Diese sind gerade im ländlichen Raum soziale Ankerpunkte und entscheidender Standortfaktor.“

Für die AfD signalierte Anja Ritter Zustimmung. „Hoffen wir, dass der Schulnetzplan am Ende aufgeht“, so die Bornaerin. Akut sei die Situation besonders im Bereich Neukieritzsch, Regis-Breitingen und Borna. „Hier wurde für die Entlastung im Oberschulbereich schnelle Abhilfe versprochen. Aber die alte Schule in Deutzen steht bis heute.“ Diese muss erst abgerissen werden, bevor der Oberschul-Neubau an gleicher Stelle starten kann. Laut Landkreis übersteigen die voraussichtlich bis zu 44 zu bildenden Klassen die Kapazität der vorhandenen Oberschulen in Borna und Regis-Breitingen deutlich.

Der Schulnetzplan umfasst insgesamt 565 Seiten. In die Erhebung sind aktuelle Geburten- und Kinderzahlen sowie Prognosen eingeflossen. Auch zur Raumplanung mussten sich die Kommunen detailreich äußern. Abgefragt wurden auch Sportstätten und außerunterrichtliche Angebote.Graichen kündigte ein jährliches Monitoring an, um vor allem die Entwicklung der Zuzüge im Blick zu behalten. Vor allem in drei Kommunen sollen größere Wohngebiete entstehen. Das sind Zwenkau, Markkleeberg und Naunhof. „Von den rund 6000 Wohnungseinheiten, mit denen die Landkreis-Kommunen in den nächsten Jahren rechnen, spielen sich 40 Prozent in diesen drei Kommunen ab.und Simone prenzel
Druckansicht