So wird das Wohnzimmer familienfreundlich
Was Eltern tun können, damit Das Wohnzimmer nicht zum zweiten Kinderzimmer wird.

Das Wohnzimmer kann tagsüber Spielfläche und abends Rückzugsort sein. Foto: JulianStratenschulte/dpa-tmn
Im Wohnzimmer prallen oft zwei Welten aufeinander: Für Eltern soll es ein ordentlicher Ort zum Entspannen sein, Kinder wollen dort vor allem spielen – und hinterlassen dabei gern Chaos. Kann man diese Gegensätze unter einen Hut bringen?

Man kann es zumindest versuchen. Etwa, indem das Wohnzimmer zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedliche Rollen zugeteilt bekommt. „Das Wohnzimmer ist Bühne und Backstage zugleich“, sagt die Einrichtungsberaterin Angelika Hinz. Tagsüber dient es als Bühne für kleine Entdecker, abends als ruhiger Salon. Entscheidend dabei ist, dass sich nach dem Spielen möglichst fix wieder Ruhe in den Raum bringen lässt. Damit das klappt, kann man bei der Einrichtung auf ruhige Farben setzen.

Ein weiterer Tipp: Der Blick vom Sofa sollte frei bleiben, während sich Stauraum und Spielbereich in einem 90-Grad-Winkel zur Hauptblickachse befinden. „Der beste Trick für optische Ruhe ist Tarnung“, sagt Hinz. 

Sinnvoll in jedem Fall: eine Spielecke einrichten. Kinder mögen es, „wenn ein für sie begreifbarer Raum entsteht“, sagt Gottfried Schilling. Er ist Schreiner und Erzieher, plant Raumkonzepte und Kinderspielräume, unter anderem für Kindertagesstätten. Eine Spielecke signalisiert: „Hier bin ich willkommen“, so Schilling. Am einfachsten definiert man sie im Wohnraum mit einem Teppich. „Podeste klingen zwar auch spannend, sind aber Stolperfallen“, warnt Angelika Hinz. Und sie nehmen Licht, Raum und Leichtigkeit, lassen den Raum kleiner und beengter wirken. Kinder fühlen sich aber dort am wohlsten, wo es hell ist. Meist in der Nähe bodentiefer Fenster.

Eine Alternative zur offenen Spielfläche: ein Spielhäuschen einrichten. „Es gibt Struktur, Geborgenheit und eine klare Grenze: Hier bin ich, hier kann ich spielen“, sagt Gottfried Schilling. Auch ein Tipi oder eine Kuschelhöhle kann Angelika Hinz zufolge ein „emotionaler Rückzugsort“ für die Kleinen sein. Entweder dauerhaft, wenn genug Platz im Wohnzimmer ist, oder als Wochenendritual, wenn das Zelt gemeinsam aufgebaut wird. Auf Stücke mit schrillen Prints und viel Plastik sollte man dem Wohn- und Wohlgefühl zuliebe aber besser verzichten. Natürliche Stoffe und sanfte Farben bringen den Raum eher zur Ruhe. Wer mag, kann auch eine Lichterkette anbauen. Im Endeffekt sollte der Spielort zur übrigen Einrichtung passen.  und DPA
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