„Die Pirouetten mag ich sehr“
Die 15-jährige Zoe Karstens tanzt bereits seit zehn Jahren im Kinder- und Jugendballett des Theaters Altenburg Gera

Der Tanzabend ist für das Kinder- und Jugendballett mit Zoe Karstens (m.) das Highlight des Jahres. Foto: Ronny Ristok
Rositz/Altenburg. Zoe Karstens tanzt für ihr Leben gerne Ballett. Schon seit zehn Jahren geht die Rositzerin ihrem Hobby am Kinder- und Jugendballett des Theaters Altenburg Gera nach. „Ballett ist eine tolle Möglichkeit, seine Gefühle auf der Bühne zu zeigen“, erklärt die 15-Jährige ihre Faszination für den klassischen Tanz: „Außerdem macht es einfach Spaß, mit den anderen Mädels Ballett zu tanzen.“

An ihr erstes Ballett-Highlight kann sich Zoe noch sehr gut erinnern. „Es war ‚Die kleine Meerjungfrau‘. Das war für mich unheimlich aufregend, mit den großen Mädels auf der Bühne zu stehen.“ Jetzt gehört sie selbst zu den großen Mädels.

Einmal in der Woche ist sie beim Training. Wenn Auftritte bevorstehen, wird meist noch zusätzlich geprobt. Und Zoe freut sich auf jede einzelne der zweistündigen Trainingseinheiten in Altenburg oder Gera. Allerdings auch nicht auf jede Übung, wie sie augenzwinkernd zugibt. „Manchmal ist es auch ziemlich anstrengend – vor allem die Übungen an der Stange. Die Pirouetten mag ich sehr. Am Ende einer Stunde üben wir immer unterschiedliche Tänze. Das macht am meisten Spaß.“

Auch abseits des Ballettsaals ist die 15-Jährige äußerst aktiv. Langeweile ist für sie ein Fremdwort. Die vielseitig interessierte Jugendliche geht dreimal in der Woche ins Fitnessstudio und tanzt in der Tanzschule Schaller Standard und Latein. Und ganz nebenbei besucht sie auch noch das Altenburger Friedrichgymnasium. Das klingt nach vollgepackten Tagen. „Manchmal ist der Alltag tatsächlich ein bisschen stressig, gerade wenn ich bis 15.30 Uhr in der Schule bin.“ Insgeheim hatte Zoe vor einigen Jahren auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, mit dem Ballettunterricht aufzuhören. „Mit den Mädels zu tanzen, macht mir aber so viel Spaß, dass man den Stress vergisst. Wir sind eine tolle Gruppe – ohne Konkurrenzkampf.“ Und da Zoe sehr ehrgeizig ist, hat sie sich bislang immer durchgebissen – und das wird sie natürlich weiterhin tun.

Außerdem hat Zoe längst gemerkt, dass Ballett neben dem Spaß auch noch viele andere positive Effekte hat. „Durch das Ballett ist mein Selbstvertrauen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Außerdem bekommt man beim Ballett Muskeln und die Körperspannung wird besser“, sagt sie mit einem zufriedenen Lächeln. Doch was ist eigentlich noch wichtig beim Ballett? „Man muss vor allem darauf achten, dass die Füße und Arme schön sind. Es soll ja schließlich gut aussehen“, erklärt die 15-Jährige.

Auch wenn Ballett ihr Lieblings-Hobby ist, hat Zoe keine Ambitionen, Profi-Ballerina zu werden. Es soll ein Hobby bleiben. Einen Berufswunsch hat sie noch nicht. Das sei allerdings auch nicht schlimm. Schließlich hat sie ja noch ein paar Jahre Zeit, bis sie sich für ein Studium oder eine Ausbildung entscheiden muss.

Zurück zum Ballett. Den Höhepunkt des Jahres haben Zoe und ihre Mitstreiterinnen bereits hinter sich. Im Mai brachten sie in „Die blaue Stunde – Ein Tanzabend zur Nacht“ ihr Können auf die Bühne. „Das ist in jedem Jahr etwas ganz besonderes. Auch diesmal liefs wieder super“, schwärmt sie. Aktuell ist erstmal etwas Ruhe auf der Ballettbühne. Nach den Sommerferien im August beginnt die neue Spielzeit - und damit auch das Training für „Gerdas Reise“. Mit diesem Stück steht das Ballett am 20. und 21. Februar 2027 auf der Bühne des Theaters Gera. Vor ihren Auftritten hat sie sich in den vergangenen Jahren ein festes Ritual angewöhnt. „Ich sage mir oft, ‚es wird schon schief gehen‘. Wenn es an einem Tag gut läuft, denke ich mir manchmal, dass es ja am nächsten Tag nicht auch so gut laufen kann“, sagt sie schmunzelnd.

Zoe Karstens liebt nicht nur das Tanzen, sie liebt auch die Musik der großen Ballett-Klassiker „Schwanensee“ und „Der Nussknacker“. „Leider standen beide Stücke schon in den vergangenen Jahren auf dem Ballett-Spielplan. Damit ist die Chance gering, dass beide Stücke in naher Zukunft wieder auf dem Spielplan stehen“, bedauert sie.

Auch in ihrer Freizeit besucht Zoe Karstens mit ihrer Familie gern mal das eine oder andere Ballettstück – und verfolgt dieses dann auch „mit etwas anderen Augen“. „Ich schau mir gern an, wie die Profis verschiedene Szenen tanzen. Da kann ich mir auch einiges abkucken“, sagt Zoe, die sich selbst als Familienmenschen bezeichnet: „Meine Eltern stehen immer hinter mir und sind eine tolle Unterstützung. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Das nehme ich nicht als Selbstverständlichkeit hin.“

Der typische Sonntag steht bei Zoe Karstens und ihrer Familie meist ganz im Zeichen der Gemütlichkeit. Mit einem entspannten Frühstück „mit allem, was dazu gehört“, startet sie ruhig in den letzten Tag der Woche. Am Nachmittag trifft sie sich dann bei schönem Wetter gern mit ihren Freunden am Pahnaer See oder am Großen Teich in Altenburg zum Picknicken, um Kraft zu tanken für die neue Woche – mit Ballett, Tanz, Fitnessstudio und Schule.

und Andreas Wendt/und Marit Demmel

Informationen zum Kinder- und Jugendballett des Theaters Altenburg Gera gibt es unter

www.theater-altenburg-gera.de





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