Cyberangriffe treffen nicht nur Unternehmen oder Behörden. Online-Delikte gegen Privatpersonen gehören zu den Kriminalitätsfeldern mit den höchsten Opferzahlen. Betrug beim Online-Shopping, Identitätsdiebstahl, Datenerpressung oder Cybergrooming treffen jedes Jahr Millionen Menschen und verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Die persönlichen Folgen wiegen oft schwer. Gestohlene Identitäten, kompromittierende Fotos oder Fälle von Cybergrooming und sexualisierter Gewalt können das Leben der Opfer dauerhaft stark belasten.
Umso wichtiger ist es, möglichst viele Menschen für die Risiken im digitalen Alltag zu sensibilisieren. Mit einer Roadshow im Herbst setzen die Volkshochschulen gemeinsam mit dem Referat für Informations- und Cybersicherheit der Sächsischen Staatskanzlei auf unterhaltsame Live-Shows statt trockener Vorträge.
Die Besucherinnen und Besucher erleben Cyberangriffe live auf der Bühne. Auf zwei Großbildschirmen verfolgen sie gleichzeitig die Sicht des Angreifers und die des Opfers. Passwörter werden in wenigen Sekunden geknackt, Kameras gekapert, Smartphones ausspioniert oder die Stimme der Enkeltochter mithilfe Künstlicher Intelligenz täuschend echt nachgebildet. Die Vorführungen zeigen eindrucksvoll, welche persönlichen Informationen Kriminelle aus leicht zugänglichen Daten gewinnen können, wie daraus gezielte Betrugsversuche entstehen – und wie sich solche Angriffe verhindern lassen.
„Man muss kein IT-Experte sein, um sich wirksam zu schützen“, sagt Mathias Repka, Fachreferent für Digitalkompetenz beim Sächsischen Volkshochschulverband. „Oft genügen wenige Einstellungen am Smartphone und ein bewusster Umgang mit E-Mails, Messenger-Diensten, sozialen Netzwerken oder Anrufen. Genau dieses Wissen möchten wir vermitteln.“ und red./jw