Leuchten bleiben aus: Leipzig aktiv gegen „Lichtsmog“

Leipzig. Ein Zeichen gegen die so genannte Lichtverschmutzung setzt Leipzig seit einigen Tagen: In ökologisch sensiblen Gebieten bleiben künftig mehrere Beleuchtungsanlagen aus. Dies betrifft die Straßenleuchten in der Wundtstraße südlich der Brücke über den Schleußiger Weg sowie in der Travniker Straße zwischen Defoestraße und Linkelstraße. Dies teilt die Stadtverwaltung mit.

„Licht ist ein wertvolles Gut, das dort eingesetzt werden soll, wo es dem Wohlbefinden und der Sicherheit dient. Als Teil des europäischen Projekts ‚The Art of Darkness‘ will Leipzig Lichtverschmutzung reduzieren“, erklärt Michael Jana, Leiter des Mobilitäts- und Tiefbauamtes. Der Hintergrund: Nächtliche Lebensräume für Insekten und andere Tiere werden dadurch geschützt. Besonders die Wundtstraße, die durch den Auwald und damit durch ein ökologisch sensibles Gebiet führt, profitiert unmittelbar von dieser Entlastung.

Übrigens von einer Entlastung, die absolut zulässig ist – auch darauf macht die Stadt Leipzig aufmerksam: So bleibe die Verkehrssicherheit in den genannten Straßenabschnitten ohne Einschränkungen gewährt. Die Straßenverkehrsordnung sieht demnach in Bereichen, die ausschließlich von Kraftfahrzeugen genutzt werden, keine Straßenbeleuchtung vor. Mit dem Lichtmasterplan hat sich Leipzig zudem einer intelligenten Lichtgestaltung verpflichtet und lehnt flächendeckende Beleuchtung ab.

Dazu kommt noch ein weiterer Aspekt: Die Abschaltung der Straßenleuchten senkt nicht nur den Stromverbrauch, sondern eliminiert auch langfristige ­Wartungs- und Instandhaltungskosten. Insgesamt werden 278 Lichtpunkte außer Betrieb genommen und damit rund 83.000 Kilowattstunden Energie im Jahr eingespart. Die Straßenbeleuchtung wird zunächst nur abgeschaltet, nicht demontiert. Nach einem Jahr soll die Verkehrssituation evaluiert und dann über einen möglichen Rückbau entschieden werden.

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