Geschmackvolle Acht, ein Besuch und eine Übersetzung
Freut sich schon auf die „Projektoren“ in italienischer Sprache: Schriftsteller Clemens Meyer.Foto: Traudel Thalheim
Es sind die höchst geschmackvollen Acht, die da jüngst in Sachsen gefeiert wurden – eine Köchin und sieben Köche aus dem Freistaat, die anno 2026 erneut mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurden. Und Leipzig ist da gut dabei: Mit Lisa Angermann und Andreas Reinke, die für ihr Restaurant „Frieda“ eine moderne, kreative und produktorientierte Küche mit eigener Handschrift kreiert haben. Und mit Detlef Schlegel aus’s „Stadtpfeiffer im Gewandhaus“, der in seiner Küche klassische französische Einflüsse mit modernen Ideen und präzisem Handwerk verbindet. Dazu setzt Klaus Schunack im „Kuultivo“ ebenfalls auf eine zeitgemäße, kreative Küche, bei der hochwertige, saisonale Produkte im Mittelpunkt stehen. Ok, die eine und der andere wird nun einwenden, dass die begehrten Sterne formal gesehen dem Restaurant verliehen werden – aber man kann unbedingt davon ausgehen, dass die Genannten da schon einen großen Einfluss haben auf die kulinarische Ausrichtung. Deshalb hatte Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch die „Besternten“ auch in die Königliche Hofküche im Schloss Pillnitz geladen – zum Austausch und zum kulinarischen Feiern. „Diese Auszeichnungen zeigen, was in der sächsischen Gastronomie steckt – und das wollen wir gemeinsam nach vorn tragen“, beschreibt Axel Klein, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Sachsen, und ergänzt: „Sachsen muss mit seiner Kulinarik über die Landesgrenzen hinaus sichtbar werden.“Das war doch mal eine Überraschung: Da klingelt es im nordthüringischen Ilfeld an der Tür – Besuch aus Leipzig! Auf macht Erika Schirmer, stattliche 100 Jahre alt und inzwischen als Schöpferin vom Lied „Kleine weiße Friedenstaube“ wieder landauf landab geehrt. Für sie hat Michael Hohenstein – Chef von LVZ Post – eine wunderbare Überraschung dabei: Einen Großdruck jener Sonderbriefmarke, die in diesen Tagen zum 100. Geburtstag der Autorin und Komponistin der kleinen Friedenstaube herausgebracht wurde – zusammen mit einem Zehnerbogen der regulären Ausgabe. Ach ja – diese Sonderbriefmarke kann man aktuell noch im LVZ-Post-Webshop, in der LVZ-Ticketgalerie oder in den LVZ-Post-Servicestellen bekommen.Eine Nachricht aus der Literaturwelt: Nun wird der Roman „Projektoren“ vom Leipziger Clemens Meyer auch in italienischer Sprache erscheinen. Dazu traf er sich kürzlich mit der Übersetzerin Roberta in ihrer Heimat und hängte noch ein paar Tage Urlaub am Gardasee dran. Damit geht die internationale Erfolgsstory weiter: Bisher wurde das über 1000 Seiten umfassende ein Epos über die Krisen Europas schon in 15 Sprachen wie englisch, spanisch, schwedisch oderholländisch übersetzt. Überhaupt sind seine Meyer’schen Romane und Erzählungen in vielen Ländern zu Hause – erst kürzlich erschien sein vor Jahren erschienenes Buch „Die Nacht, die Lichter“ auf japanisch. Dass der Leipziger in der Literaturwelt bestens bekannt ist, zeigt auch die Bekanntschaft mit dem Ungarn Laszlo Krasznahorkai, der 2025 den Nobelpreis für Literatur erhielt: „Wir telefonieren, mailen, haben unseren Spaß. Es ist eine sehr schöne Freundschaft.“ Derweil kümmert sich Clemens Meyer wieder um die ganz alltäglichen Dinge – der Gartenzaun an der Datsche in der Dübener Heide muss in Ordnung gebracht werden. Eigentlich hätte er dazu gar keine Zeit – er möchte sein neues Buch, an dem er gerade arbeitet und dass sich rund um Karlovy Vary dreht, bis zum Jahresende fertig haben.