Der Ausgangspunkt ist „Il Trovatore“, die Oper von Giuseppe Verdi. Oder besser gesagt die Arie „Miserere“: Das Künstlerduo Mailand/Innenhof zerlegt diese in die fünf Bestandteile Orchester, Dirigent, Chor sowie Sologesang Sopran und Tenor. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Diese fünf Elemente werden getrennt voneinander an öffentlichen Orten aufgeführt und dabei gefilmt. Unangekündigt natürlich ...
Womit sich erklärt, warum die Sopranistin im Jobcenter steht und der Tenor im Schweinestall. Das vierköpfige Orchester spielt am Pfandautomaten eines Supermarkts, der Dirigent steht in einer Bibliothek und der Chor greift sogar in ein Kirchenkonzert ein. Die künstlerische Reibung ergibt sich aus der Erhabenheit der Musik und der Qualität der Darbietung, die in starkem Kontrast zur Alltäglichkeit der gewählten Orte steht.
Dabei wird die Arie von Giuseppe Verdi in der Leipziger MdbK-Ausstellung wieder zusammengeführt und zwar in einer gemeinsamen Projektionen auf fünf verschiedenen Leinwänden. Womit „Miserere“ in „re:miserere“ von Mailand/Innenhof wieder zu einem mehr oder weniger geschlossenen Ganzen wird, das aber die Bruchstellen in der Gesellschaft, aber auch zwischen Kunst und Leben sichtbar lässt ... und red./jwInfos: www.mdbk.de