Eine Preisverleihung, ein Jubiläum und ein Dokument
Glückwunsch an Hannah Witte (3.v.l.): Die Grafikerin wurde dieser Tage mit dem Meisterschüler*innen-Preis geehrt.Foto: HGB
Ein Glückwunsch der Woche geht an Hannah Witte: Die Leipziger Grafikdesignerin wurde zur Eröffnung der M26-Ausstellung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) mit dem Meisterschüler*innen-Preis 2026 geehrt. Überreicht wurde der Preis von Steffen Hildebrand, Sammler und Geschäftsführer der G2 Kunsthalle, sowie G2-Direktor Leo Wedepohl. Hannah Witte hat 2026 ihr Meisterschüler*innen-Studium in der Klasse für Typografie bei Professorin Anna Lena von Helldorff abgeschlossen und war mit ihrer Abschlussarbeit „Queering Dis/ability Design“ in den Wettbewerb gegangen. Nach Einschätzung der Jury mit Steffen Hildebrand, Leo Wedepohl sowie Stephan Koal vom Kunstverein Berlin und Dr. Florence Thurmes, Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz habe sie ein praxisorientiertes Handbuch für Gestalterinnen und Gestalter geschaffen – mit Barrierefreiheit, Zugänglichkeit und Inklusion im Grafikdesign: „Die Arbeit vereint queere, feministische und be_hinderte Perspektiven und überführt diese in eine konkrete gestalterische Praxis. Dabei setzt sie nicht erst bei der nachträglichen Anpassung von Gestaltung an, sondern versteht inklusives Denken als grundlegenden Bestandteil des Entwurfsprozesses.“Auch da kann man doch gern mal gratulieren: 5Raumfenster feiern ein Jahrzehnt Bandgeschichte! Die „Rockternative“-Band aus der Messestadt hat in den vergangenen zehn Jahren hunderte schweißtreibender Konzerte und unzählige Geschichten erlebt – und lädt nun mit einem neuen Song zum Feiern. „Dann stehst Du da“ heißt die brandaktuelle Single, die von Produzenten Oliver Zülch – arbeitete schon für die Ärzte und die Sportfreunde Stiller – in die richtige musikalische Form gegossen wurde. Das Ganze ist klassisch 5Raumfenster: Inhaltlich tiefschürfend in der Auseinandersetzung mit der (zermürbenden) Realität; musikalisch treibend mit intensiven Strophen und gewaltigen Gitarrenwänden. Ach ja – zehn Jahre müssen natürlich auch gefeiert werden: Die Party mit eigens gedrehter Doku geht am 27. November in der naTo über die Bühne.Die Gestapo-Karteikarte zu Carl Friedrich Goerdeler kommt nach Leipzig – dank der Hieronymus-Lotter-Gesellschaft. Der Hintergrund: Eine geplante Versteigerung von mehr als 600 persönlichen Dokumenten von Holocaust-Opfern hatte internationale Proteste ausgelöst – in der Folge wurden diese an Gedenkstätten und Archive in ganz Deutschland übergeben. Und die erwähnte Original-Karteikarte aus dem August 1944 für den Leipziger Oberbürgermeister und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus dokumentiert seine Festnahme und schließt damit eine wichtige Sammlungslücke. „Wir sind sehr stolz, dass wir als Fördergesellschaft dazu beitragen konnten, diese Lücke zu schließen“, erklärt Vereinschef Eric Buchmann, der die Karte in Nordrhein-Westfalen entgegen nehmen konnte: „Ein großer Dank geht an das Land Nordrhein-Westfalen, das eine Gesetzesinitiative zum Verbot des kommerziellen Handels mit persönlichen Dokumenten und Gegenständen von Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in den Bundesrat eingebracht hat.“ Mittlerweile ist das Gesetz einstimmig beschlossen wurden und liegt nun im Bundestag zur Diskussion und Beschlussfassung. Ein wichtiger Meilenstein, um NS-Unrecht aufzuklären und den Opfern eine Stimme zu geben: „Gerade jetzt, da immer mehr Zeitzeugen der NS-Herrschaft, versterben und rechtsextreme Bewegungen Zulauf gewinnen, ist es wichtig, an geeigneten Orten an die Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern.“