Wo einst Züge rangierten, wird jetzt gelernt
Am Lene-Voigt-Park entsteht ein Lernort für fast 2000 Kinder –mit Grundschule, Sporthalle, Gymnasium und Kita unter einem Dach

Der neue Bildungscampus am Lene-Voigt-Park in Leipzig wurde jetzt feierlich eröffnet. Foto: André Kempner
Auf dem ehemaligen Gelände des Eilenburger Bahnhofs im Leipziger Osten ist ein neuer Bildungscampus feierlich eingeweiht worden. Oberbürgermeister Burkhard Jung, Schulbürgermeisterin Vicki Felthaus und Baubürgermeister Thomas Dienberg übergaben den nördlichen Teil des Lene-Voigt-Parks damit offiziell seiner neuen Bestimmung: der Bildung.

Herzstück ist der Ersatzneubau der fünfzügigen Wilhelm-Busch-Grundschule samt Sporthallenkomplex. Zum Campus gehören außerdem die Schule Schraderhaus mit ihrem neuen Standort am Täubchenweg, die 125. Oberschule und eine integrative Kita in der Reichpietschstraße, die bereits 2024 eröffnet wurde.

Burkhard Jung zeigte sich bei der Einweihung sichtlich zufrieden: „Die Eröffnung dieses modernen Lernortes ist nicht nur ein Meilenstein für die Leipziger Bildungslandschaft, sondern auch ein enormer Zugewinn für das gesamte Viertel.“ Kinder unterschiedlicher Schulformen lernten hier künftig nebeneinander, eine wettkampftaugliche Sporthalle stärke zudem den Vereinssport im Quartier, und das Außengelände stehe allen Leipzigerinnen und Leipzigern offen. Das sei, so Jung, beispielgebend für ein gelebtes Miteinander in der Stadt. Insgesamt profitieren rund 2000 Kinder von dem neuen Campus. Die Gesamtkosten für Kita, Grundschule, Sporthalle mit Außenanlagen und die Schule Schraderhaus belaufen sich auf etwa 120 Millionen Euro. Allein der Bau der Wilhelm-Busch-Schule mit Sporthalle wurde vom Freistaat Sachsen mit 14,4 Millionen Euro gefördert. Durch den Neubau wächst die Grundschule um drei Züge. Das schafft nicht nur mehr Platz für Grundschulkinder, sondern entlastet auch die 125. Oberschule, die zwischenzeitlich als Interimsquartier für die Schülerinnen und Schüler der Wilhelm-Busch-Schule diente. Die neue Sporthalle verfügt über sechs Spielfelder auf zwei Etagen und eine mobile Tribüne mit Platz für 199 Zuschauer. Dazu kommen Spiel- und Sportflächen im Freien, direkt im Lene-Voigt-Park. Nutzbar sein wird die Halle voraussichtlich nach den Herbstferien.

Ein besonderes Detail steckt in der neuen Mensa, die künftig auch für das gesamte Quartier zugänglich sein soll. Sie entsteht in der denkmalgeschützten ehemaligen Empfangshalle des Eilenburger Bahnhofs und bewahrt damit die Geschichte des Ortes. Ihre Inbetriebnahme ist für Anfang 2027 geplant.

Auch die Schule Schraderhaus im Graphischen Viertel hat eine bewegte Bauzeit hinter sich: Vier Jahre lang wurde das denkmalgeschützte Gebäude für 42,8 Millionen Euro zu einem vierzügigen Gymnasium für knapp 900 Schülerinnen und Schüler umgebaut. Ein neues Treppenhaus führt jetzt direkt in den Pausenhof und schafft einen zusätzlichen Zugang über die Heinrichstraße. Die größte Herausforderung dabei: die Sanierung unter strengen denkmalschutzrechtlichen Vorgaben.

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