„Wohnungslos oder obdachlos zu sein, bedeutet für viele Betroffene einen massiven sozialen Einschnitt. Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen geraten auf dem angespannten Wohnungsmarkt zusätzlich unter Druck“, sagt Professorin Katarina Stengler, Direktorin des Zentrums für Seelische Gesundheit und Chefärztin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Helios Park-Klinikum Leipzig. Und sie ergänzt: „Deshalb dürfen wir sie nach der Klinik nicht alleinlassen, sondern müssen sie maximal begleiten – medizinisch, therapeutisch und sozial.“
Wie dieses „Nicht-alleinlassen“ aussehen kann, zeigt das Supported-Housing-Projekt: Da geht es nicht nur um das Dach überm Kopf, sondern auch um verlässliche Unterstützung im sozialtherapeutischen Bereich. Das Ziel: Die Patientinnen und Patienten Schritt für Schritt ranführen an den eigenständigen Alltag – inklusive eigenverantworteter Tagesstruktur und Haushaltsführung. Seit 2022 läuft das Projekt am Helios Park-Klinikum – 49 Patientinnen und Patienten wurden seither begleitet. Viele konnten vor der Entlassung in Wohnungslosigkeit oder in ungesicherte Wohnverhältnisse bewahrt werden. und red.