„Nur wer nichts tut,macht wirklich etwas falsch“
Notfallteam vom Diako Leipzig gibt Wiederbelebungswissen in der Schule am Adler weiter

Ran an die Reanimationspuppen: Die Schülerinnen und Schüler konnten auch in der Praxis üben.Foto: Alexander Friebel
Leipzig. Manchmal geht es um Leben und Tod. Von einer Sekunde auf die andere. Wie man damit umgehen kann, haben Kinder der Leipziger Schule am Adler in der „Woche der Wiederbelebung“ trainiert – unter der fachkundigen Anleitung von Notfallspezialistinnen und -spezialisten des Leipziger Diakonissenkrankenhauses.

Im Lehrplan steht die Vermittlung von Erste-Hilfe-Wissen ja drin. Auch in Sachsen und zwar grundsätzlich für Mädchen und Jungen der siebten Klassen. In der Praxis stoßen Schulen aber oft an die Grenzen der eigenen „Bordmittel“ und deshalb packt das Diako-Reanimationsteam regelmäßig die Koffer, um die Schulen im Einzugsgebiet bei dieser speziellen Wissensvermittlung zu unterstützen.

Dieser Tage war die Schule am Adler dran und zwar im Rahmen der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“. Auf den Weg machten sich mit einigem Equipment Dr. Alexander Rothe als Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie und Dr. Sebastian Hammerich als neuer Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme. Bei der praxisnahen Schulung aller drei 7. Klassen wurden sie unterstützt von der Pflege-Schülerin Eve John, die sich derzeit im dritten Ausbildungsjahr an der Berufsfachschule für Pflege befindet und im Krankenhaus als Nachwuchsmitglied in der Arbeitsgruppe Reanimation mitwirkt.

Zwischen Theorie und Praxis: So verlief dieser Tag – natürlich musste man zunächst erklären, wie die Schülerinnen und Schüler der Oberschule lernen, wie sie einen Herz- und Kreislaufstillstand erkennen können. Und was zu tun ist im Falle des Falles. Danach ging es in die Praxis – dafür wurde in kleinen Gruppen an Reanimationspuppen geübt und zwar das A und O der Wiederbelebung ...

„Prüfen, rufen, drücken“ – so lautet der Merksatz, den jede Ersthelferin, jeder Ersthelfer kennen und beherzigen sollte. Dieses so einfache wie lebenswichtige Prozedere der Wiederbelebung, in dem zuerst die Atmung kontrolliert, dann der Notruf 112 gewählt und unmittelbar mit einer Herzdruckmassage begonnen werden sollte, wurde mit den Jugendlichen ausführlich besprochen und geübt.

„Es ist für medizinische Laien aller Altersklassen beruhigend zu wissen, wie sie sich im Notfall zu verhalten haben“, erläutert Dr. Alexander Rothe als Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerztherapie im Leipziger Diakonissenkrankenhaus. Sein Appell an die potenziellen Lebensretter: „Jeder sollte es sich im Ernstfall zutrauen, eine Herzdruckmassage durchzuführen. Nur wer nichts tut, macht wirklich etwas falsch.“ und red./jw
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