Schon 1887 zählte der Chor 137 aktive Sänger und trat erstmals im Gewandhaus auf. Unter der künstlerischen Leitung von Hans Sitt, Professor am Leipziger Konservatorium, entwickelte er sich ab 1889 zu einem der besten Männerchöre Deutschlands und ging auf Konzertreisen bis nach Wien. Später prägte der spätere Thomaskantor Günther Ramin den Chor mit einem modernen Männerchorstil.
Auch die politischen Umbrüche der Geschichte überstand der Chor. In der DDR entstand 1953 der Chor der Gewerkschaft Unterricht und Erziehung, zunächst als Frauenchor, dann als gemischter Chor. Ab 1978 sorgte Karl Heinz Oetzel für eine Verjüngung des Ensembles, das nun auch große chorsinfonische Werke wie das Weihnachtsoratorium oder die „Carmina Burana“ aufführte. Mit dem Ende der DDR wandelte sich der Chor 1990 in einen eingetragenen Verein und öffnete sich international – Konzertreisen führten unter anderem nach Szczecin, Wien, London und Aarhus.
Seit 2007 leitet Kristian Sörensen den Chor, der derzeit rund 60 aktive Mitglieder zählt. Er verbindet bewährte Traditionen mit neuen Impulsen, etwa im Projekt „Old trifft School“, bei dem der Chor gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Leipziger Gymnasien musiziert. Zuletzt entstand eine internationale Partnerschaft mit dem dänischen Storekor Odense, mit gemeinsamen Konzerten 2025 – ein Gegenbesuch ist für 2027 geplant.
Zum großen Jubiläum lädt der Chor nun für Freitag, den 2. Oktober in die Alte Börse am Naschmarkt ein. Auf dem Programm steht neben Mendelssohn Bartholdys 42. Psalm eine musikalische Reise durch verschiedene Epochen und Stile, ergänzt um Kompositionen früherer Chorleiter. Mitwirkende sind Pianistin Angelika Scheer, die Sopranistin Alba Vilar sowie das Seume-Quartett mit Herren des MDR-Rundfunkchores. und red.