Daran haben die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) gemeinsam mit ihren Partnern im Forschungsprojekt „Absolut II“ gearbeitet. Rund zwölf Millionen Euro standen dafür zur Verfügung. Nach drei Jahren Forschung ist das Projekt nun abgeschlossen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie autonome Fahrzeuge künftig ohne Fahrer im öffentlichen Nahverkehr unterwegs sein können.
Dafür wurde unter anderem eine sogenannte Technische Aufsicht entwickelt. Sie soll die Fahrzeuge künftig aus einer zentralen Leitstelle überwachen und bei Bedarf eingreifen können. Auch die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Leitstelle sowie technische, organisatorische und rechtliche Voraussetzungen wurden untersucht.
„Absolut II“ baut dabei auf dem Vorgängerprojekt „Absolut I“ auf. Seit 2022 wurde ein Elektro-Kleinbus auf einer rund sieben Kilometer langen Strecke zwischen dem S-Bahnhof Leipzig Messe und dem BMW-Werk getestet. Das Fahrzeug konnte bereits hochautomatisiert fahren, wurde aber noch von einem Fahrer überwacht. „Absolut II“ ging anschließend einen Schritt weiter: Perspektivisch soll dessen Aufgabe von der Technischen Aufsicht in der Leitstelle übernommen werden.
Die eingesetzten Forschungsfahrzeuge können auf der Strecke zwischen der Neuen Messe und dem BMW-Terminal im Rahmen der Erprobung fahren. Für einen größeren Einsatz sind sie allerdings noch nicht geeignet. Es fehlen serienmäßig hergestellte Fahrzeuge, die zugelassen, zuverlässig und zugleich wirtschaftlich sind. „Unser größter Schatz ist unser größtes Problem“, sagt LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg.
Dabei sollen autonome Shuttles keine Busse oder Straßenbahnen ersetzen. Sie sind vielmehr als Ergänzung gedacht, etwa am Stadtrand oder in weniger dicht besiedelten Gebieten. Perspektivisch könnte die Technik mit dem bestehenden Flexa-Angebot verbunden werden.
Wie es weitergeht, steht übrigens auch bereits fest. Im Folgeprojekt „Sächsische Initiative Automatisierte Shuttle im ÖPNV“ (SIAS-ÖV) soll ein serientaugliches, fahrerloses Level-4-Fahrzeug in das Leipziger ÖPNV-System integriert werden. Ziel ist es, autonome Shuttles bis 2030 schrittweise in den Regelbetrieb zu bringen. Die Technik ist also vorbereitet. Jetzt fehlt vor allem noch das passende Fahrzeug für den Sprung vom Forschungsprojekt in den Alltag.
und Julian Sadowsky