Vor 160 Jahren ist sie erschienen, die erste Ausgabe der Vereinszeitschrift „Neue Bahnen“ – herausgegeben vom Allgemeinen Deutschen Frauenverein (ADF). Der wurde im Jahr 1865 von Louise Otto-Peters und ihren Mitstreiterinnen in Leipzig gegründet – und dessen Zeitschrift sollte zu dem zentralen Medium der ersten organisierten Frauenbewegung werden. In verschiedenen Rubriken berichteten die Autorinnen und Autoren über das Vereinsgeschehen, vermittelten aber auch ganz praktische Handlungsweisen zur Selbstorganisation und politischen Praxis, etwa mittels Petitionen.
Besonders die Kernforderungen des ADF – nämlich Mädchen und Frauen bessere Zugänge zu Bildung und Erwerbsarbeit zu ermöglichen – konnten somit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Bemerkenswert ist, dass die „Neuen Bahnen“ auch über internationale Entwicklungen und Initiativen sowie technische Neuerungen, Kunst, Literatur und Kultur berichteten.
Nun nimmt man das 160-jährige Jubiläum der ersten Ausgabe zum Anlass, die Rolle der „Neuen Bahnen“ für die Entstehung feministischer Öffentlichkeit zu diskutieren. Die beiden Historikerinnen Dr. Astrid Franzke und Professorin Susanne Schötz werden einen Überblick zu ihrer Bedeutung für Vernetzung, Wissenstransfer und Geschichte der Frauenbewegung geben. Moderiert wird das Gespräch in der Gerda-Taro-Lounge vom Capa-Haus von Nane Pleger.
Infos: www.louiseottopeters-gesellschaft.de