Altersvorsorge-Depot ab 2027: Warum sich Geduld auszahlt
Das werben um Kunden das neue Angebot beginnt - mit Gewinnspielen, Vorregistrierungen, Wartelisten

Berlin. Wer Werbung für das Altersvorsorge-Depot oder Wechselangebote als Riester-Sparer erhält, sollte sich nicht vorschnell für einen Anbieter oder einen Wechsel entscheiden. Dazu rät das Ratgeber-Portal „Finanztip“.

Hintergrund dazu ist: Ab Januar 2027 können Verbraucher ein Altersvorsorge-Depot (AV-Depot) abschließen, um damit privat für den Ruhestand vorzu­sorgen. Wer sich für das ­Modell entscheidet, erhält eine staatliche Förderung. Das AV-Depot ist Teil der ­Altersvorsorgereform und gilt als Weiterentwicklung der Riester-Rente.

Einige Banken und Neobroker werben jetzt schon mit ersten Angeboten um Kunden. Ab Herbst werden laut Finanztip weitere von Versicherern und Finanzdienstleistern hinzukommen. Finanztip rät Verbrauchern daher, sich jetzt nicht zu früh festzulegen, sondern noch abzuwarten. 

Gerade, weil die Verträge oft über viele Jahrzehnte laufen, sei ein genauer Blick auf alle Angebote entscheidend – inklusive ihrer Kosten, Leistungen und der zu erwartenden Rendite. Schein­bar kleine Unterschiede können sich nämlich stark auswirken – und schnell mehr als 20.000 Euro ausmachen, wie eine Modellrechnung von Finanztip zeigt. 

Angenommen eine Person ist 1990 geboren, hat ein jährliches Bruttoeinkommen von 40.000 Euro und zahlt ab dem kommenden Jahr bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren monatlich 150 Euro in das AV-Depot ein. Dann wüchse das Vermögen bei einer durchschnittlichen Rendite von sechs Prozent pro Jahr (vor Kosten und inklusive der staatlichen Zulagen) wie folgt an:

■ bei Effektivkosten von 0,1 Prozent auf rund 145.000 Euro

■ bei Effektivkosten von 0,6 Prozent auf rund 133.000 Euro

■ bei Effektivkosten von 1 Prozent auf rund 124.000 Euro

Riester-Sparer sollten bei den verschiedenen Ange­boten besonders aufmerksam sein. Denn sie werden laut Finanztip in den kommenden Wochen vermutlich per Brief über Wechselmöglichkeiten informiert. Der Wechsel kann sich den Experten zufolge lohnen, allerdings sollte man die Produkte genau miteinander vergleichen.

Tipp: Ob sich ein Übertrag sinnvoll ist, können Riester-Kunden kostenlos mit dem Finanztip-Vergleichsrechner online prüfen.

Auch wenn einzelne Anbieter etwa damit werben, dass man im ersten Jahr keine Gebühr zahlt, sollten Verbraucher sich von solchen Marketing-Aktionen nicht zu vorschnellen Entscheidungen drängen lassen. 

Der Markt entwickele sich erst und bis zum Start 2027 bleibe noch Zeit, die Angebote in Ruhe zu vergleichen, so Finanztip. Entscheidend sei neben den Kosten auch, welche Anlageprodukte dann tatsächlich zur Verfügung stehen.

Laut Bundesfinanzministerium erhalten Sparer pro gespartem Euro als Grundzulage 50 Cent vom Staat ­dazu – bis zu einem jähr­lichen Eigenbeitrag von 360 Euro. Für jeden weiteren gesparten Euro – maximal 1800Euro pro Jahr – gibt es 25 Cent dazu. Kinder­zulagen sind unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich möglich.und dpa
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