Liegt auf der Hand – es ist ja schließlich ein Geburtstagskind. Dementsprechend wird an dem Sonntag, 13. September, um 11 Uhr zum offiziellen Startschuss in die Bibliothek Grünau-Mitte geladen. Dabei kann man das aktuell laufende Projekt zur Erfassung und Vermittlung von baubezogener Kunst in dem 50 Jahre alten Stadtteil mal näher kennenlernen. Im Anschluss heißt es „Ausschwärmen“. Gleich mehrere Rundgänge vertiefen das Thema und um 14 Uhr macht sich zudem eine Radtour mit Baubürgermeister Thomas Dienberg unter dem Thema „Gibt’s ja gar nicht?! – Denkmale in Grünau“ auf den Weg.
Das Jahresmotto des Aktionstages lautet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ und Thomas Dienberg erläutert: „Dabei geht es nicht nur um Denkmale der Infrastruktur – etwa Bahnhöfe und Wasserstraßen – sondern auch um die menschlichen Netzwerke der Denkmalpflege: Die Vereine und Stiftungen, die Eigentümer, Architekten, Restauratoren und Denkmalpfleger, die bei der Erhaltung von Kulturdenkmalen zusammenwirken.“ So wird der Robert-Koch-Park in Grünau mit seinen Bauten anhand zahlreicher Vereins- und städtischer Aktivitäten dargestellt
Doch auch außerhalb von Grünau gibt es Denkmale der Infrastruktur zu entdecken: Etwa die Parkeisenbahn am Auensee oder den Wasserturm in Rückmarsdorf. Geöffnet werden aber auch Wasserwerke und -mühlen, Bibliotheksbauten, zahlreiche Kirchen und fast vergessene Kulturdenkmale wie Schlohbachshof. Rundgänge zu Parkanlagen und einzelnen Vierteln ergänzen das vielfältige Programm.
Besuchen kann man an diesem Tag aber auch den Interessenverein „Völkerschlacht bei Leipzig 1813“ und seine Fachgruppe „Wolkser Geschichtswerkstatt“: Von 10 bis 17 Uhr ist die Museumsscheune in Liebertwolkwitz geöffnet, thematisch widmet man sich dem nachhaltigen Erhalt historischer Stätten im Flächendenkmal „Südliches Schlachtfeld 1813“. Um 11 Uhr ist Linda Seifert vom Landesamt für Archäologie Sachsen zu Gast und berichtet exklusiv über die spannenden archäologischen Funde und Ausgrabungen in den Gemarkungen Liebertwolkwitz, Großpösna und Seiferthain.
Auch die neue Konsumzentrale in der Industriestraße 95 öffnet am 13. September ihre Türen für interessierte Besucher. Von 10 bis 14 Uhr können Gäste das 33.000 Quadratmeter große Areal im Leipziger Westen bei gestaffelten, jeweils 60-minütigen Führungen erkunden. Das markante Gebäude wurde von Architekt Fritz Höger entworfen, der auch für das berühmte Chilehaus in Hamburg verantwortlich zeichnet. Der Klinkerbau erinnert mit seinen geschwungenen Fensterfronten, dem flachen, kommandobrückenartigen Dach sowie grünen Fliesen und einem Reling-Geländer im Treppenhaus an einen Ozeandampfer. Neben den Führungen erwartet die Besucher unter dem Motto „Denkmal drüber nach!“ ein digitales Denkmal-Quiz mit Gewinnspiel. Für Erfrischung sorgt ein regionaler „Klinker-Drink“ aus dem Leipziger Stadtteil Plagwitz. Der Eintritt ist frei.
Wer es hingegen ein wenig – nun ja – grüner mag, könnte am Sonntag mal im Deutschen Kleingärtnermuseum reinschauen: Dieses museale Kleinod in der Messestadt lädt von 11 bis 17 Uhr zum kostenfreien Besuch. Und hält obendrein ab 11 Uhr einen besonderen Rundgang bereit: Dann geht es ausgehend vom Kleingärtnermuseum auf den Spuren der „Geschichte der Schreberbewegung“ zu ausgewählten Plätzen und Gebäuden in der Westvorstadt. und red./GA/jwWeitere Infos zu den Programmen und mehr:
www.leipzig.de/offenes-denkmal