Auf der Suchenach dem Frieden
Gedanken zum Sonntag

Solange wir leben, seit wir das Licht der Welt erblickten, suchen wir: die Nahrungsquelle, die Nähe eines Menschen, eine Hand, die uns aufrichtet und gehen lehrt. Eine Stimme, die uns tröstet und weiterhilft. Einen Blick, der uns achtet.

Einen Menschen, der/ die uns liebt. Nicht immer gelingt es, dass suchen und finden im Einklang sind. Wir bleiben auf der Suche – nach Wissen, Erklärungen, Verstehen ….nach Mehr. Viele können sich – anders als unsere Vorfahren – heute auf ihrer Suche der „Google-Suchmaschine“ bedienen.

In dieser Zeitung zeugen Anzeigen vom Suchen, nach geeigneten mehr oder weniger nötigen Utensilien, Kuriositäten. Gesucht werden Arbeitsstellen und Menschen. Mitmenschen. KollegInnen. Nicht alle finden das, was sie brauchen. Noch nie habe ich die Annonce „Suche: Frieden“ entdeckt. Dabei haben wir nichts nötiger als das für ein freies hoffnungsvolles Miteinander-Leben. Suche Frieden? Die Worte eines studierten jüdischen Religionsphilosophen treffen mich, fordern mich heraus:

„Wer den Frieden sucht / wird den anderen suchen / wird zuhören lernen / wird das Vergeben üben / wird das Verdammen aufgeben / wird vorgefasste Meinungen zurücklassen / wird das Wagnis eingehen / wird an die Änderung des Menschen glauben / wird Hoffnung wecken / wird dem anderen entgegenkommen / wird zu seiner eigenen Schuld stehen / wird geduldig dranbleiben / wird selber vom Frieden Gottes leben / Suchen wir den Frieden? (Schalom Ben-Chorin, 1913-1999)

Schalom-Ben Chorin musste als 22-Jähriger, Jude und Deutscher 1935 aus Deutschland emigrieren. Seine Worte bewegen und fragen mich heute, wenn ich diese Zeilen schreibe: am 1.September 2026 – 87 Jahre nach dem Ausbruch des von Deutschland initiierten 2.Weltkrieges –

Suchen wir Frieden? - Ich hoffe es und bitte Gott, dass sein Geist des Friedens uns bewege auf unserem Weg in und durch den Herbst!

Herzlich grüßt Sie

und Ihre Pfarrerinund Angelika Biskupski
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